Die Apfelernte hat heuer früher als sonst begonnen

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
09/01/2021

Frostbedingt um ein Drittel weniger Ertrag bei steirischer Apfelernte

Landwirtschaftskammer erwartet heuer nur rund 115.000 Tonnen.

Die steirischen Obstbauern beginnen mit der Apfelernte - allerdings wird wegen diverser Witterungseinflüsse um ein Drittel weniger Ertrag als in einem Durchschnittsjahr erwartet. Doch sei die heimische Versorgung gesichert, wie Landwirtschaftskammerpräsident Franz Titschenbacher am Mittwoch in einer Pressekonferenz sagte. Erwartet werden rund 115.000 Tonnen. Geerntet werden derzeit - zehn Tage später als im Vorjahr - die Sorten Gala, Elstar, Arlet und SweeTango.

Die Klimakrise sei eine der größten Herausforderungen für die heimischen Obstbauern. "Wetterextreme wie Frost und Trockenheit wirken sich immer stärker auf den heimischen Obstbau aus", sagte Titschenbacher. Sieben Frostnächte im April mit bis zu minus fünf Grad Celsius und tiefer sowie eine anhaltende Trockenheit und Hitze von Mitte Juni bis Ende Juli hätten Schäden verursacht und auch dafür gesorgt, dass die Früchte auch an Größe eingebüßt hätten. Betroffen sei insbesondere der Südosten im Raum Feldbach gewesen. "Die idealen Witterungsbedingungen im August mit viel Sonnenschein und ausreichend Niederschlägen lassen jetzt sehr aromatische Äpfel mit sehr guter innerer Qualität heranreifen, auch die Fruchtgröße hat etwas aufgeholt", betonte Titschenbacher.

Bei der direkten Frostabwehr habe sich die Frostberegnung in der Praxis - in den vergangenen sechs Jahren waren die Obstbauern fünfmal hart von Frost betroffen - als wirksamste Methode erwiesen. Rund 500 Hektar seien mit Frostberegnungsanlagen ausgestattet. Das in Speicherbecken gesammelte Wasser kann auch bei Trockenheit verwendet werden. Etwa zehn Prozent der steirischen Apfelkulturen können so vor Frost und Dürre geschützt werden. Laut Obstbaupräsident Manfred Kohlfürst setze man in Zukunft auch auf neue Sorten, ebenso wie auf die bewährten Hagelschutznetze. Neue Sorten seien Kanzi, Evelina, Jazz, Tessa, SweeTango oder Natyra.

Rund 80 Prozent der österreichischen Tafeläpfel kommen aus der Steiermark. Die Obstbaufläche beträgt rund 9.500 Hektar, davon sind 5.251 Hektar dem Apfelanbau gewidmet (Österreich: 7.674 Hektar). Die Apfelanbaufläche ist in den vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel geschrumpft. Die Gründe sind erschwerte Produktionsbedingungen und hohe Investitionskosten. Vor allem in den südlichen Landesteilen gibt es rund 1.100 Apfel-Betriebe (Österreich: 1.932). In der Steiermark kultivieren 1.998 Betriebe Obst.

Ein Apfel aus Österreich legt laut Landwirtschaftskammer am Weg zum Konsumenten im Schnitt einen Transportweg von 150 Kilometer zurück. Im Vergleich dazu hat ein Apfel aus Neuseeland einen Transportweg von 19.000 Kilometer hinter sich, wenn er ins Regal gelegt wird.

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