Der Eurokurs zur Konvertierung beträgt 308,97 Forint.

© REUTERS/BERNADETT SZABO

Konvertierung
02/02/2015

Fremdwährungskredite: Umwandlung in Ungarn läuft

Alle Kredite werden in Forint konvertiert, Wechselkursverluste müssen die Banken schlucken.

In Ungarn ist die Konvertierung der Fremdwährungskredite in die Landeswährung Forint angelaufen. Die Kreditnehmer sollen im März und April von den Banken über die Details benachrichtigt werden. Das umstrittene Gesetz wurde bereits im November verabschiedet, seitdem sind auch die fixen Umtauschkurse bekannt.

Millionen-Belastung für Banken

Der Eurokurs zur Konvertierung beträgt 308,97 Forint, der Kurs des Schweizer Frankens 256,47 Forint und der des japanischen Yens 2,16 Forint. Bei der Umwandlung sind die Banken verpflichtet ihren Kunden diesen Umwandlungskurs zu garantieren, das heißt, für Wechselkursverluste müssen die Geldinstitute gerade stehen. Betroffen sind neben der ungarischen OTP auch österreichische Institute wie die Erste Group, Raiffeisen oder die UniCredit-Tochter Bank Austria. Die Erste Group hatte im ersten Halbjahr 2014 bereits 130 Millionen Euro zurückgestellt und für die zweite Jahreshälfte weitere Belastungen von 170 Millionen Euro angekündigt. Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat im Vorjahr bisher 272 Millionen Euro zur Seite gelegt und die Bank Austria musste bis September 2014 Sonderkosten von 107 Millionen Euro verbuchen.

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes müssen die Banken auch überhöhte Zinsen und Gebühren zurückzahlen. Angaben der ungarischen Botschaft zufolge würden die Tilgungsraten um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent gesenkt. Die rechtzeitige Festsetzung der Konvertierungskurse vor der massiven Frankenaufwertung Mitte Jänner habe nochmals um 20 bis 25 Prozent höhere Tilgungsraten verhindert, sagte Wirtschaftsminister Mihaly Varga. Für die ungarischen Kreditnehmer wäre das eine zusätzliche Belastung von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro gewesen.

Für die Banken, die für die Zwangskonvertierung tief in die Tasche greifen müssen, sieht Ungarn dennoch Vorteile: "Ohne diesen Schritt hätte sich die Anzahl der faulen Kredite wieder stark erhöht". Die ungarische Notenbank habe von ihren internationalen Reserven rund 9 Milliarden Euro für die Abwicklung der Konvertierung gesichert, was die Banken von deutlichen Kursverlusten verschone.

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