Wirtschaft 05.12.2011

Frankreichs AAA-Rating wackelt

© Bild: AP/Lionel Bonaventure

Höhere Zinsen für Schuldpapiere und Wachstumsschwäche könnten die derzeitige Top-Bonität Frankreichs laut Moody´s gefährden.

Mitte Oktober hat die US-Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Frankreichs unter Beobachtung gestellt. Es sollte überprüft werden, inwieweit die französische Regierung die angekündigten Maßnahmen zur Reduzierung des Staatsdefizits umsetzt. Innerhalb von drei Monaten sollte entschieden werden, ob Frankreich, das derzeit noch mit der Bonitäts-Bestnote AAA bewertet wird, noch die Bedingungen für die Perspektive "stabil" erfüllt. Ein negativer Ausblick wäre der erste Schritt zu einer späteren Herabstufung.

In einem Bericht für Investoren stellte Moody's nun fest, dass die von der französischen Regierung angestrebte Verringerung des Haushaltsdefizits schwer zu erreichen sei, sollte das Land zwei Risikofaktoren nicht zu bändigen wissen: steigende Zinsen für französische Schuldpapiere und die schwächelnde Wirtschaft. Das Problem: Die Regierung bemühe sich zwar, aber auf bestimmte Faktoren wie das Wachstum und die europäische Schuldenkrise habe sie keinen direkten Einfluss.

Die französische Regierung hat in den vergangenen Monaten bereits zwei rigide Sparpläne aufgelegt, um das hohe Haushaltsdefizit zu drücken und zugleich die AAA-Note zu bewahren. Im Zuge der europäischen Schuldenkrise waren in den vergangenen Wochen aber die Risikoaufschläge für französische Staatsschuldtitel im Vergleich zu Deutschland drastisch angestiegen. Bei einer neuen Ausgabe von Schuldpapieren in der vergangenen Woche musste der Staat bereits deutlich höhere Zinsen bezahlen. Dies belastet wiederum den Haushalt.

Erstellt am 05.12.2011