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Wirtschaft
12/05/2011

FMA ermittelt gegen Erste-Chef Treichl

Der Verdacht der Marktmanipulation und Verletzung von Ad-hoc-Pflicht steht im Raum.

Die Finanzmarktaufsicht ermittelt gegen die Erste Group und ihren Chef Andreas Treichl. FMA-Sprecher Klaus Grubelnik bestätigte dem KURIER einen Bericht des Format. "Es gibt eine Anzeige betreffend möglicher Verletzung der Ad-hoc-Pflicht beziehungsweise des Verdachts auf Marktmanipulation."

Hintergrund ist die überraschende Gewinnwarnung am Montag der Vorwoche. Aufgrund der Probleme in Ungarn und Rumänien macht die Bank heuer 700 bis 800 Millionen Euro Verlust. Das Pikante: Nur knapp zwei Wochen zuvor hatte Treichl in einem Interview an einer Gewinnprognose festgehalten. Bis dahin waren 850 bis 950 Millionen Euro Gewinn geplant gewesen. Der Banker begründete den radikalen Schwenk mit einer Neubewertung des Geschäfts, insbesondere in Ungarn.

"Normale Arbeit der FMA"

Die FMA betont, auch von selbst Ermittlungen aufgenommen zu haben. Dabei wurde die Bank zudem um eine sechs Punkte umfassende Stellungnahme hinsichtlich ihrer Kreditversicherungen (CDS) gebeten. "Wir sehen das als normale Arbeit der FMA an", sagt Erste-Sprecher Michael Mauritz.

In der Anzeige werden auch Erste-Aktien-Verkäufe von Treichl kritisiert. Die letzte Transaktion eines Erste-Vorstands datiert allerdings aus dem November 2010. Ein Insider-Geschäft, wie in der Anzeige indirekt vorgeworfen, scheint also ausgeschlossen.