© APA BARBARA GINDL

Finanzen
02/05/2014

Steuerdelikte: Deutlich mehr Selbstanzeigen

Steuerrechtler Werner Doralt tritt für höhere Strafen bei Steuerhinterziehung ein – auch bei Selbstanzeigen.

Die Journalistin Alice Schwarzer gab am Sonntag bekannt, seit den 80er-Jahren ein Schweizer Konto gehabt zu haben, das sie erst im vergangenen Jahr beim Finanzamt angezeigt habe (mehr dazu...). Für zehn Jahre habe sie etwa 200.000 Euro an Steuern nachgezahlt. Am Montag räumte auch der Berliner Kulturstaatssekretär Andre Schmitz (SPD) Steuerhinterziehung ein. Daraufhin brauch in Deutschland eine Diskussion los; SPD-Chef Sigmar Gabriel etwa fordert härtere Strafen für Steuersünder – auch im Falle einer Selbstanzeige.

Die Pönalen müssten viel höher sein", fordert der grüne Finanzsprecher Werner Kogler im Standard höhere Strafen auch in Österreich. Bei Selbstanzeigen solle eine Strafzahlung in Höhe von mindestens 50 Prozent des hinterzogenen Betrags einbehalten werden. Für eine Verschärfung plädiert auch der Steuerrechtler Werner Doralt (Bild): "Ein höherer Zinssatz wäre absolut gerechtfertigt."

In der SPÖ reagiert man zurückhaltend: Über verschärfte Regeln nachzudenken sei "legitim", heißt es aus dem Büro von Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl, dies stehe aber nicht im Regierungsprogramm. "Es gibt bereits gute und strenge Regeln", lautet der Kommentar aus dem Büro von Finanzminister Michael Spindelegger zur Zeitung.

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In Österreich hat die Zahl der Selbstanzeigen bei nicht ordnungsgemäßer Versteuerung des eigenen Vermögens hat deutlich zugenommen. Laut Finanzministerium meldeten sich im Vorjahr mehr als 7.155 Steuerpflichtige, das entspricht einem Anstieg von fast elf Prozent gegenüber 2012 (6.452 Fälle), so die "Salzburger Nachrichten.

Zusätzlich erstatteten weitere 4.101 Österreicher wegen des Steuerabkommens mit der Schweiz Selbstanzeige (im Jahr 2012 waren es 425). Wie viel hier durch die Nachversteuerung für den Staat herausschaut, lässt sich laut Finanzministerium noch nicht sagen.

Dazu kommen noch jene rund 19.000 Österreicher, die ihre in der Schweiz gebunkerten Vermögen von insgesamt 5,5 Mrd. Euro zwar offengelegt haben, aber weiter anonym bleiben wollen.

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