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Wirtschaft
12/05/2011

Fekter gegen Pleite Griechenlands

Ein Schuldennachlass Griechenlands würde Österreich massiv schaden. Finanzministerin Fekter lehnt einen solchen daher ab.

Finanzministerin Maria Fekter hat eine Staatspleite Griechenlands und einen Schuldenschnitt für die Gläubiger im Handelsblatt vom Mittwoch erneut abgelehnt. Dies würde schlagartig einen Schaden für die österreichischen Steuerzahler bringen, Griechenland aber keinen Deut mehr Wachstum. Damit hätte man überhaupt nichts bewerkstelligt, meinte die Finanzministerin. Gegenüber dem Handelsblatt bezifferte Fekter die Belastung, die auf Österreich mit einer Pleite zukäme, mit fünf Milliarden Euro. 40 Milliarden Euro würde ein Zerbrechen der Eurozone für Österreich in Folge kosten, da mit Exporteinbrüchen, Bankenzusammenbrüchen und einer Rezession zu rechnen sei. Außerdem vermutet Fekter, dass es sehr viele Zocker gebe, die auf eine Pleite Griechenlands hinzockten. "Deren Geschäft möchte ich nicht begünstigen".

Zudem müsste sich Österreich voraussichtlich an einer Kapitalaufstockung der Europäischen Zentralbank beteiligen, die die EZB dann wegen der Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen wahrscheinlich brauche. Fekter plädierte stattdessen dafür, Griechenland - etwa mit einer Aussetzung von Zinszahlungen - über einen langen Zeitraum zu unterstützen. "Die jetzige Vorgangsweise, Griechenland etwas länger Zeit zu lassen, um alle Reformen konsequent durchzuziehen, halte ich für den richtigen Weg", so Fekter. Sie halte nichts davon, Druck wegzunehmen, denn dann würden die Reformen wahrscheinlich nicht konsequent genug durchgezogen werden. "Vielleicht kann es in Griechenland in zehn Jahren einen Schuldenschnitt geben, aber darüber will ich jetzt nicht spekulieren."

Abstimmung am Freitag

Das österreichische Parlament soll am Freitag über eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms EFSF abstimmen. Es wird mit einer Zustimmung zu dem Hilfspaket gerechnet. Der Finanzausschuss des Nationalrates hat der massiven Aufstockung der österreichischen Haftungen für den Euro-Rettungsschirm EFSF auf 21,6 Mrd. Euro bereits zugestimmt. Der österreichische Anteil am Schutzschirm beträgt 3 Prozent.

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