Wirtschaft
13.03.2012

Februar beschert USA Rekord-Defizit

Im Staatshaushalt klafft ein riesiges Loch - mit 1,3 Billionen rechnet die Regierung für das gesamte Jahr. Doch neue Jobs geben Hoffnung.

Die größte Volkswirtschaft der Welt fährt im Februar ein Rekord-Defizit von fast 232 Milliarden Dollar (etwa 177 Milliarden Euro) ein, wie das US-Finanzministerium errechnet hat. Damit lag das Defizit knapp zehn Milliarden Dollar über dem vorherigen Rekordwert vom Februar 2011.

Der Februar ist für gewöhnlich ein Monat mit geringen Steuereinnahmen und hohen Rückzahlungen an die Steuerzahler. Zwischen dem Beginn der US-Haushaltsperiode im Oktober und Februar sank das Defizit indes um neun Prozent auf etwa 581 Milliarden Dollar (knapp 443 Milliarden Euro) im Vergleich zum Vorjahr. Für das gesamte Haushaltsjahr rechnet die US-Regierung mit einem Defizit von rund 1,3 Billion Dollar (etwa eine Billion Euro). Das entspricht 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

 

Mehr Jobs als erwartet

Andererseits bringt die langsam wieder Tritt fassende US-Wirtschaft immer mehr Amerikaner zurück in Lohn und Brot. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Februar um 227.000 und damit deutlicher als erwartet, hieß es vergangene Woche aus dem Arbeitsministerium. Die Bilanz wäre noch besser ausgefallen, hätte der unter Sparzwang stehende Staat nicht Tausende Arbeitsplätze gestrichen.

Trotzdem entstanden bereits den dritten Monat in Folge mehr als 200.000 Jobs - das hat es seit rund einem Jahr nicht mehr gegeben. Die Arbeitslosenquote blieb mit 8,3 Prozent auf einem Drei-Jahres-Tief.

"Der Arbeitsmarkt liefert einen weiteren Hinweis dafür, dass der Aufschwung an Breite gewinnt", sagte Ryan Sweet von Moody`s Analytics. Seit August entstanden etwa eine Million neue Jobs. Grund dafür ist die Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft. Sie wuchs im vierten Quartal um 0,7 Prozent, während die Euro-Zone um 0,3 Prozent schrumpfte.

"Die aktuelle Dynamik am US-Arbeitsmarkt ist durchaus beachtlich", sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer. Damit steige die Chance, dass der private Konsum stärker wachse. Er trägt zu rund 70 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Das Tempo der Erholung ist aber nicht hoch genug, um das Heer der 23,5 Millionen Arbeitslosen oder nur geringfügig Beschäftigten merklich zu reduzieren. Der Arbeitsmarkt sei "von Normalität noch weit entfernt", stellte Notenbankchef Ben Bernanke jüngst fest. Dazu sei mehr Wachstum notwendig.

Präsidentenwahl

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt hat auch Einfluss auf den Präsidentschaftswahlen im November. Bis dahin dürfte die Arbeitslosenquote unter die Marke von acht Prozent gefallen sein, sagen Experten voraus. Das könnte Präsident Barack Obama im Wahlkampf helfen.