Wirtschaft
04.07.2018

EZB-Mitglieder halten Zinserhöhung vor Ende 2019 für möglich

Laut informierten Kreisen könnte die erste Anhebung bereits im September oder Oktober kommenden Jahres erfolgen.

Einige Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) haben Kreisen zufolge eine mögliche erste Zinserhöhung in der Eurozone vor dem Jahresende 2019 angedeutet. Eine erste Anhebung könnte nach Einschätzung der Notenbanker bereits im September oder im Oktober des nächsten Jahres erfolgen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch.

Dabei berief sich Bloomberg auf namentlich nicht genannte Personen, die mit der Sache vertraut seien. Allerdings hätten die Währungshüter auch deutlich gemacht, dass jede Zinsentscheidung von der Bewertung der konjunkturellen Lage abhängig sei.

Nach der Veröffentlichung der Meldung stieg die am Finanzmarkt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Oktober 2019 auf 80 Prozent. Vorher hatte sie bei nur bei 69 Prozent gelegen. Der Kurs des Euro profitierte leicht. Nach dem Bloomberg-Bericht wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1673 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs zuvor bei 1,1640 Dollar gelegen hatte.

 

Zuletzt hatte die EZB vor dem Hintergrund einer steigenden Inflation zwar ein Ende der Anleihekäufe zum Jahresende, aber gleichzeitig auch eine Fortsetzung der Niedrigzinsen bis zum Sommer 2019 angekündigt. Am Dienstag hatte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet gesagt, dass die extrem lockere Geldpolitik weiterhin notwendig sei. Nach wie vor werde ein "signifikanter geldpolitischer Anreiz" benötigt, um den weiteren Aufbau von Preisdruck zu unterstützen, sagte Praet in einer Rede in Bukarest.