"Eurovegas"-Projekt zu Grabe getragen

Vor den Toren Madrids hätte ein gigantisches Casino- und Tourismus-Resort entstehen sollen.

Aus der Traum, im Krisenland Spanien ein gigantisches Vergnügungsviertel aus dem Boden zu stampfen: "Eurovegas" wird doch nicht im Madrider Vorort Alcorcon realisiert. Der über 750 Hektar große Casino- und Tourismus-Projekt hätte sechs Casinos mit 16.000 Spielautomaten und 1065 Roulette-Tischen umfassen sollen. Auf dem Gelände waren zudem zwölf Hotels mit 36.000 Zimmern, drei Golfplätze, Einkaufszentren, Restaurants, ein Theater und ein Stadion mit 15.000 Sitzplätzen vorgesehen. Doch nun sei das 30-Mrd.-Dollar-Vorhaben (ca. 22 Mrd. Euro) abgesagt worden, teilte die Las Vegas Sands Corporation von US-Casino-Tycoon Sheldon Adelson (80) am Freitag mit. Der Bau eines integrierten Resorts in Europa sei seit Jahren seine Vision gewesen, aber nun werde man asiatische Länder wie Japan oder Südkorea als Partner zu gewinnen versuchen, sagte Adelson. 
Las Vegas Sands habe in letzter Minute als "unverhandelbar" bezeichnete Forderungen gestellt, die Madrid aber auf keinen Fall habe erfüllen können, berichteten spanische Medien zuvor. Adelson habe etwa eine Senkung der Glücksspiel-Steuern in Spanien sowie eine Absicherung seiner Investitionen vor eventuellen Änderungen der Gesetze im EU-Land gefordert. Zudem war auch das strikte Rauchverbot in Spanien zuletzt zu einem großen Hindernis bei der Realisierung des Milliardenprojekts geworden. (Bild: Blick auf die 750 Hektar Land, auf dem "Eurovegas" entstehen hätte sollen.) Das Projekt sollte im Euro-Krisenland direkt und indirekt insgesamt mehr als 250.000 Arbeitsplätze schaffen. Viele Spanier protestierten gegen das Projekt. Die katholische Kirche und ultrakonservative Kreise in der Regierungspartei PP lehnten das Projekt aus moralischen Gründen ab. Sie befürchteten, dass der Casino-Komplex die Mafia anlocken und die Prostitution fördern würde. (Bild: Gegner des Megaprojekts protestieren in Madrid, September 2012)
(APA / sho) Erstellt am
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