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Wirtschaft
12/05/2011

Eurokrise: Obama rügt die EU

Die Eurokrise versetze "die Welt in Angst", und Schuld daran seien die EU-Staaten, so Obama. Die Kommission bedankte sich für den US-Input, Kritik kommt aus Wien.

Zu lascher Umgang mit den Folgen der Finanzkrise, die Bewältigung der Griechenland-Krise - für den US-Präsidenten ist klar: Europa ist Schuld an den wirtschaftlichen Turbulenzen, die derzeit weltweit für Kopfzerbrechen sorgen. Das machte Barack Obama am Montag bei einer Veranstaltung des Karrierenetzwerks LinkedIn im kalifornischen Mountain View deutlich.

Obama warf den EU-Staaten vor, ihr Banken-System nach der Finanzkrise von 2007 nicht in Ordnung gebracht und so die derzeitige Eurokrise verursacht zu haben. "In Europa haben sie sich nie ganz von der Krise von 2007 erholt und sich nie wirklich um die Schwierigkeiten gekümmert, denen ihr Bankensystem ausgesetzt war", so Obama. Zusammen mit den Schulden-Problemen Griechenlands habe dies eine Krise ausgelöst, "die die Welt in Angst versetzt". Die EU-Staaten versuchten nun, "verantwortlich zu handeln", doch geschehe dies "nicht so schnell, wie es notwendig wäre", kritisierte Obama weiter.

Frust über Krisenmanagement

US-Finanzminister Timothy Geithner hatte Europa am Wochenende eindringlich zur Eindämmung der Schuldenkrise in der Euro-Zone aufgefordert. Die Belastungen von Staaten und Banken in Europa bezeichnete er als "das ernstzunehmendste Risiko für die Weltwirtschaft" und zeigte sich frustriert über das Krisenmanagement der Europäer. Es wird befürchtet, dass eine Verschlechterung der Situation in Europa zu einer Rezession in der bereits stagnierenden US-Wirtschaft führen könnte.

EU-Kommission lobt US-Engagement

Die EU-Kommission begrüßte die Aufforderungen der US-Regierung, in der gegenwärtigen Eurokrise entschlossen und rasch zu handeln. Kommissar Olli Rehn halte die Beiträge von US-Finanzminister Timothy Geithner für sehr konstruktiv, sagte Kommissionssprecher Amadeu Altafaj-Tardio am Dienstag in Brüssel.

Der Sprecher weiter: "Herr Geithner war sehr unterstützend gegenüber den europäischen Institutionen beim Management dieser Krise und im speziellen bei den IWF-Treffen. Wir freuen uns, diesen sehr aktiven und regulären Dialog mit der US-Regierung und allen anderen Regierungen fortzusetzen, da es offensichtlich ist, dass diese Krise eine Auswirkung auf andere internationale Akteure hat. Rehn habe Geithner zuletzt wöchentlich getroffen, betonte der Kommissionssprecher.

Fekter weist Obama-Kritik zurück

Weniger versöhnliche Töne kamen hingegen aus Wien: Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) weist die Kritik von US-Präsident Barack Obama am Krisenmanagement der Europäer zurück. "Ich glaube, dass sich die Amerikaner an unseren Mechanismen, wie wir herangehen, ohne dass Wachstum kaputt geht, ohne dass die Arbeitslosenzahlen explodieren, ein Beispiel nehmen könnten", sagte Fekter vor Journalisten.

Die Schuldensituation der USA sei eine unvergleichlich schlechtere als die Schuldensituation in der Eurozone, so die Finanzministerin. Das Wachstum in den USA sei wesentlich geringer, das Defizit deutlich höher als in der Eurozone. "Ich weiß nicht, woher die Amerikaner das Selbstvertrauen nehmen, uns die Welt zu erklären", so die Ministerin. Ganz im Gegenteil, Europa habe auf die Krise rasch reagiert und gemeinsam mit dem IWF für Griechenland bereits 2010 Hilfe geleistet und Reformen eingeleitet.

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