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© Walter Sieberer

Einkaufszentren
07/08/2013

Shopping und Show

Einkaufszentren werden zu vielfältigen Lebenszonen für Kunden: Hier wird geshoppt, konsumiert, es gibt Entertainment, Ruhezonen, Ärzte und Dienstleistungen.

von Sandra Baierl

Aeroville ist derzeit ein 84.000 Quadratmeter großer Rohbau, am Acker, unweit des Pariser Flughafens. Zweihundert Geschäfte werden im Oktober hier unter einem Dach eröffnen, mit riesigen acht Meter hohen Shopfassaden. Das 300-Millionen-Euro-Investment des französischen Konzerns Unibail-Rodamco wird das modernste Shoppingcenter Europas. Nicht nur einkaufen sollen die Kunden hier, sie sollen hier ihre Zeit verbringen. Deshalb gibt es Entertainment und Ruhezonen, ein Kino, designt von Luc Besson, Servicedienste, Kochkurse, Animation, Ärzte – die komplette Versorgung. Zwölf Millionen Besucher soll das jedes Jahr ins Shoppingcenter locken.

Mehr als Online

Die Rechnung wird wohl aufgehen. Nicht nur, weil hier 1,8 Millionen Kunden in einem 30-Minuten-Radius leben. Auch, weil Kunden derartige Rundumdienste und vor allem die Inszenierung suchen. „Zum Einkaufen müssen Sie nicht mehr in ein Einkaufszentrum gehen. Neunzig Prozent aller Waren können Sie auch im Internet bestellen“, sagt Markus Pichler, Österreich-Chef von Unibail-Rodamco und damit für die beiden Einkaufszentren SCS und Donauzentrum verantwortlich. Aber die Inszenierung könne der Kunde nicht bestellen, die opulente Präsentation der Marken in Form von beeindruckenden Flagshipstore-Fassaden, das Ambiente, die Animation. Auch das Essen könne man nicht downloaden, weshalb auf „Dining Plazas“, Verpflegungszonen heißen nicht mehr Food Courts, besonders hohen Wert gelegt wird. Auch Kundenservice ist wichtig: Vom Parkleitsystem bis zur Rezeption, von Toiletten wie in 5-Sterne-Hotels bis zur Handy-App, die den Kunden individuell durchs Einkaufszentrum leitet und Aktionen anpreist. Neuester Clou in französischen Einkaufszentren: Durch den Supermarkt gehen Kunden mit einem handlichen Scanner, markieren die Produkte, die sie kaufen möchten. Die werden dann nach Hause geliefert und per Kreditkarte abgerechnet.

Marken locken

Unibail-Rodamco verfolgt eine klare, durchgestylte Linie im Einkaufcenter-Konzept: Nicht unter 40.000 Quadratmeter (etwa acht Einkaufszenten in Österreich haben diese Fläche). Keine Diskonter, keine Luxusmarken – aber außerordentliche Markenshops, die es nicht an jeder Ecke gibt. In Österreich holte man die Surfer-Kultmarke Hollister ins Einkaufszentrum, am 5. August wird der erste Lego-Flagshipstore in der SCS eröffnen, auch das Modelabel Superdry wird dort im Juli seinen ersten Flagshipstore aufsperren, der Moderiese Primark soll zum Jahreswechsel in Vösendorf folgen.

„Rund neun Prozent des Wiener Einkaufsvolumens werden im Donauzentrum und in der Shopping City Süd umgesetzt“, erklärt Markus Pichler. Die hohe Frequenz rechtfertigt auch die hohe Investitionssumme, die derzeit in beide Einkaufszentrum getätigt wird. Der Umbau des Donauzentrums ist abgeschlossen, die SCS wird im Oktober neu eröffnet, Umbaukosten des 160.000 Quadratmeter-Objekts: 130 Millionen Euro.

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