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Handel
11/29/2013

Einkaufszentren: Schlechte Luft, zu wenige Klos

Beschäftigte in den Einkaufszentren klagen über teils unerfreuliche Arbeitsbedingungen.

Die Gewerkschaft hat die Arbeitsbedingungen von rund 75.000 Beschäftigten in 218 heimischen Einkaufszentren unter die Lupe genommen. Resümee der Befragung unter 1900 Beschäftigten: Bei Sanitäreinrichtungen und Belüftung gibt es zum Teil "katastrophale Zustände".

"Katastrophale Zustände"

Bei den Sanitäranlagen seien die Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf und die Lugner City in Wien besonders negativ aufgefallen. Fast die Hälfte der befragten SCS-Mitarbeiter gaben an, dass es nicht genügend Toiletten gibt und diese nicht leicht erreichbar sind. Bei der Lugner City wurden die vorhandenen Sanitäranlagen "als furchtbar, sanierungsbedürftig und katastrophal beschrieben".

Einkaufszentrumsbetreiber Richard Lugner hatte Anfang November die Gewerkschafter bei einer Info-Aktion zu den KV-Verhandlungen mit Hilfe der Center-Security aus seinem Einkaufszentrum hinauskomplimentiert. Es werde bald eine polizeilich angemeldete Aktion geben und wenn Lugner die Gewerkschaft wieder hinauswerfe, dann werde man ihn bei der Staatsanwaltschaft anzeigen, sagte GPA-Vizechef Karl Proyer am Freitag.

Bei der Umfrage bezeichneten rund 16 Prozent der befragten Einkaufszentren-Mitarbeiter die Öffnungszeiten als "sehr belastend", jeweils ein Drittel als "gerade noch vertretbar" und "passend" und 13,5 Prozent als "gut geregelt". Auch hier sie die Lugner City mit besonders langen Öffnungszeiten aufgefallen, so die Gewerkschaft.

Handlungsbedarf ortet die GPA-djp außerdem bei den Aufenthaltsräumen für Mitarbeiter, Parkplätzen und öffentliche Erreichbarkeit des Einkaufszentrums."Die Betreiber können sich auch hier nicht aus ihrer Verantwortung stehlen", betonten die GPA-Spitzengewerkschafter Wolfgang Katzian und Karl Proyer.

Kein eigener Betriebsrat

Es gebe ein Zuständigkeitsloch zwischen Einkaufszentrenbetreibern, Shop-Mietern und Beschäftigen, so die Gewerkschaft. Der EKZ-Betreiber entscheidet eigenständig über Öffnungszeiten, Sicherheitsdienst, Beleuchtung und Belüftung sowie die Qualität der Sanitäranlagen. Die Shops verweisen ihre Mitarbeiter bei Problemen oftmals an die Center-Betriebsgesellschaft. Weil im Arbeitsgesetz kein Betriebsrat für Einkaufszentren vorgesehen ist, will die Gewerkschaft die Missstände nun direkt mit den Einkaufszentren-Betreibern klären. Im Sommer 2014 soll eine zweite Umfrage unter den Beschäftigten durchgeführt werden.

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