© APA/dpa

Arbeitskampf
11/04/2014

Ein Mann legt halb Deutschland lahm

Bahn-Gewerkschafter Weselsky regt auf: Deutsche Lokführer streiken vier Tage lang.

Ab Mittwoch wird wieder gestreikt. Bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr. Die deutsche Lokführergewerkschaft GDL unter ihrem streitbaren Chef Claus Weselsky setzt ihren Arbeitskampf unbeirrt fort und legt halb Deutschland lahm. Zunächst ist der Güterverkehr dran, ab Donnerstag 2 Uhr wird auch der Personenverkehr bestreikt – und zwar gleich vier Tage lang bis kommenden Montag 4 Uhr.

Verständnis für den Dauerstreik der Teil-Gewerkschaft gibt es immer weniger. Im Gegenteil. Die Deutsche Bahn und der Fahrgastverband Pro Bahn beklagen, dass die GDL Millionen Bahnkunden quasi in Geiselhaft für ihren Arbeitskampf nehme und mit den Streiks die Bahn auf lange Sicht schädige. Der „radikalste Gewerkschafter Deutschlands“, wie Weselsky inzwischen genannt wird, bringt mit seiner starren Haltung sogar den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gegen sich auf.

Isoliert

DGB-Chef Reiner Hoffmann empörte sich am Dienstag über die konfrontative Haltung der GDL im Tarifstreit. Eine Einigung mit der Bahn sei am Wochenende möglich gewesen, doch die GDL habe die Gespräche platzen lassen. Hauptstreitpunkt: Die GDL will nicht nur für die Lokführer, sondern auch für das übrige Zugpersonal Tarifverträge aushandeln. Die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG lehnt dies ab. Weselsky schade nicht nur der Bahn, er schade der gesamten Gewerkschaftsbewegung, weil er eine andere Gewerkschaftslandschaft haben will, kritisierte EVG-Vorsitzender Alexander Kirchner. Weselsky will mit den Streiks den Druck auf die Bahn erhöhen, mit der GDL auch über das übrige Zugpersonal zu verhandeln. Inhaltlich werden fünf Prozent mehr Gehalt sowie eine Verkürzung der Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden verlangt.

Zumindest eine Branche freut sich über die Arbeitsniederlegung: Die Fernbus-Anbieter rechnen wegen des angekündigten Rekordstreiks mit einem Millionengeschäft.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.