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Wirtschaft
12/05/2011

Druck auf Frankreichs Banken steigt

Nach der Herabstufung zweier französischer Großbanken, hat Siemens nun eine halbe Milliarde Euro bei einer Bank abgezogen.

Frankreichs Großbanken kommen nicht zur Ruhe. Am Mittwoch vergangener Woche wurden die Papiere der BNP Paribas, Credit Agricole und Societe Generale (SocGen) wegen ihres starken Griechenland-Engagements zum Spielball der Spekulanten. Zweistellige Ausschläge der Aktienkurse nach oben und unten standen auf der Tagesordnung. Die US-Ratingagentur Moody's senkte daraufhin den Daumen über zwei Großbanken: Die Bonität der Societe Generale und Credit Agricole wurde um jeweils eine Stufe herabgesetzt. Die Analysten machten sich immer mehr Sorgen darüber, ob und wie die Institute mögliche Zahlungsausfälle in Griechenland aushalten können. Frankreichs größtes Geldhaus BNP Paribas kam zunächst zwar ungeschoren davon, die Bonitätswächter prüfen aber auch dort weiter eine Senkung der Bonität.

Siemens

Nun der nächste Schlag: Der Siemens-Konzern hat einem Zeitungsbericht zufolge vor zwei Wochen Guthaben über mehr als eine halbe Milliarde Euro aus einer großen französischen Bank abgezogen und sie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angelegt. Ziel sei es gewesen, für das Geld einen "sicheren Hafen" zu finden, berichtete die Financial Times am Dienstag. Von der Siemens-Bank hieß es dazu am Dienstag, der Bericht sei faktisch nicht korrekt.

Laut einer mit dem Vorgang vertrauten Person, seien im Juli - vor der Veröffentlichung der Stresstestergebnisse - Siemens-Gelder in unbekannter Höhe von der Societe Generale abgezogen und verschoben worden. Grund für den Abzug des Geldes sei damals die Entwicklung der Anlage gewesen, nicht der Zustand der französischen Banken.

Weder von Siemens noch bei Societe Generale waren Stellungnahmen zu bekommen. Insgesamt habe Siemens bei der EZB zwischen vier und sechs Milliarden Euro geparkt, größtenteils in Form von Einlagen, die über eine Woche laufen.

China stoppt Devisengeschäfte

Und auch eine große chinesische Staatsbank soll Devisengeschäfte mit europäischen Geldhäusern gestoppt haben, berichtet ein Insider. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, es handele sich unter anderem um die französischen Banken Societe Generale , Credit Agricole und BNP Paribas . Grund sei die Schuldenkrise in Europa. Gestoppt worden seien alle Devisenswap- und Devisentermingeschäfte.

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