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Handel
10/24/2019

Drogeriemarkt dm will mehr zum Reformhaus werden

In Österreich, wo 7.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, könnte der Umsatz bald die Milliarden-Schwelle überschreiten.

von Anita Staudacher

Der Trend zu Bio- und Öko-Produkten sowie Naturkosmetik bescherte der Drogeriehandelskette dm in Österreich im Vorjahr satte Zuwächse. Trotz gleichbleibender Filialzahl stieg  der Umsatz um 4,6 Prozent auf 965 Mio. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 160 auf rund 7.000, darunter 750 Lehrlinge. Ergebniszahlen gibt der deutsche Konzern traditionell keine bekannt.  

Die Öko-Strategie werde weiter ausgebaut, kündigte  dm-Geschäftsführer Harald Bauer an. Dabei setzt der Händler seit dem Bruch mit dem Partner Alnatura vor allem auf Eigenmarken.  Diese machen rund 30 Prozent des Umsatzes und 40 Prozent  der verkauften Menge aus.

Mehr Abfüllstationen

Ausgeweitet wird der  im Vorjahr gestartete Testbetrieb mit Abfüllstationen für Bio-Wasch- und -Spülmittel. Im kommenden Jahr sollen zu den bestehenden 24 Test-Filialen weitere  25 dazukommen.Tee verkauft dm seit Kurzem  nur noch  aus biologischem Anbau. Auch hier gibt es viele Eigenmarken. „Die Umstellung auf 100 Prozent bio ist uns nicht schwergefallen, weil sich die Kundennachfrage in den vergangenen Jahren geändert haben“, erläuterte dm-Marketingchefin Petra Gruber. Auch die Nachfrage nach  losen Tees sei  wieder steigend.

Weil neben bio auch Regionalität und Inhaltsstoffe wichtiger werden, will dm wieder mehr zum Reformhaus werden und auch Produkte der Demeter-Biobauern verkaufen. Eine eigene Plastikreduktion-Strategie gibt es bei dm übrigens nicht.

Bei der Eigenmarke Balea sollen aber vermehrt Nachfüllbeutel die Original-Verpackungen ablösen. Eher Nischenprodukte sind  Holzzahnbürsten und Bienenwachstücher. dm-Chef Bauer sieht in puncto Umweltschutz und Nachhaltigkeit daher  auch die Konsumenten gefordert, denn: „Ein nachhaltiges Produkt, das im Regal liegen bleibt, ist nicht nachhaltig.“  

Deutschland

In Deutschland betrug der Zuwachs 3,2 Prozent auf 8,37 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Erstmals stellte Christoph Werner als Vorsitzender der Geschäftsführung die Jahresergebnisse vor. Er war im September an die Stelle von Erich Harsch gerückt, der zur Hornbach AG wechselte. Der 46-Jährige ist Sohn des Unternehmensgründers Götz Werner.

Für dm arbeiten mehr als 62.000 Beschäftigte, davon rund 41.000 in Deutschland und rund 7.000 in Österreich.

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