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Wirtschaft
12/05/2011

Dreifache Ängste der Börsianer

Die Lage bleibt gespannt: Politik, kapitalschwache Banken und die Konjunktur könnten für weiteren Kursrutsch sorgen.

Nach dem heftigen Kursverfall an den internationalen Börsen in den vergangenen Wochen sind Aktien so billig wie schon lange nicht mehr. Wer jetzt zukauft, müsse sich dennoch einer Reihe von Risiken bewusst sein, meinen die Chefs der Investmentfondsgesellschaft Raiffeisen Capital Management (RCM), Mathias Bauer und Gerhard Aigner.

Ins Wanken bringen könnte die Kapitalmärkte erstens die Politik. "Die widersprüchlichen Aussagen zur Lösung der europäischen Schuldenkrise sind nicht vertrauensfördernd", sagte Aigner bei einem Investmentseminar in Frankfurt am Main. Bauer fordert einen Schulterschluss zwischen Politik und Finanzwirtschaft. "Denn wir verspüren eine Verschärfung des Klimas in der Wortwahl."

Die jüngsten Vorschläge zur Finanztransaktionssteuer hält er für unausgegoren: "Sie trifft nicht die Spekulanten, sondern die Privatanleger." In Investmentfonds etwa würde diese Steuer gleich dreimal schlagend: beim Kauf des Fonds, beim Kauf von Aktien, Anleihen etc. durch den Fonds und im Fall eines Dachfonds bei Kauf von Investmentfondsanteilen durch den Dachfonds.

Kapitalbedarf der Banken

Das zweite Risiko für die Börsen sehen die RCM-Chefs bei den Kapitalanforderungen an die Banken. Die europäischen Finanzinstitute brauchen viele Milliarden Euro an Eigenkapital. Die Mittelaufbringung aber sei schwierig. So gelinge es den Banken seit Monaten nicht mehr, Anleihen ohne dahinter stehende Sicherheiten am Markt zu platzieren.

Das dritte Risiko liege in der Konjunktur. "Es kann schon sein, dass wir das eine oder andere Quartal mit negativem Wachstum sehen werden", sagt Bauer. Vor diesem Hintergrund ist es auch für Investmentfonds schwierig.

Der österreichische Investmentfondsmarkt sei heuer um 4,9 Prozent auf 138,1 Milliarden Euro geschrumpft. Bauer erwartet eine Konsolidierung unter den Fondsgesellschaften. Nischenanbieter und kleine Investmentfonds (bis zu zehn Millionen Euro Volumen) könnten vom Markt verschwinden. Anlegern rät er, Fonds zu wählen, die sehr flexibel agieren könnten. Das heißt: keine langfristigen Trends verfolgen, sondern kurzfristig und rasch auf Marktänderungen durch Kauf und Verkauf von Wertpapieren agieren.

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