Wirtschaft
16.05.2018

„Die Inflation wird offiziell runtergeredet“

Der Anlageexperte von Allianz Global Invest, Ingo Mainert, bezweifelt die offiziellen Inflationsdaten.

Nachgefragt. Nur 1,8 Prozent Teuerung? Wer glaubt denn das? Ingo Mainert, Chef-Anlagestratege bei Allianz Global Investors, kann das Gefühl der Konsumenten, dass mit diesen Zahlen etwas nicht stimmt, nicht nur gut nachvollziehen, sondern findet auch Belege dafür. Der KURIER fragte ihn zu:

Preisauftrieb

Tatsächlich stiegen die Verbraucherpreise stärker als sie in der Inflationsrate dargestellt werden. Die geringe Teuerung gibt der Europäischen Zentralbank die Legitimation, die Zinsen nicht erhöhen zu müssen und so den Schuldnerländern weiter zu helfen.

Verzerrung

Wer ein neues TV-Gerät und ein Auto kauft, muss dafür mehr zahlen als er vor Jahren für sein Auto zahlte. Doch in der Inflationsstatistik scheint neue Technologie stetig als Preisdämpfer auf. Das liegt daran, dass die Statistiker die Preise auf Basis gleicher Technologie vergleichen. Das heißt, sie rechnen die technologischen Innovationen aus dem Preis heraus. Für den Konsumenten aber wird es trotzdem teurer.

Wohnungspreise.

Im Gegensatz zu den USA, wird in Europa die selbst genutzte Eigentumswohnung nicht in den Preisindex aufgenommen. Auch Kursanstiege auf den Finanzmärkten wie etwa Aktienkurse kommen nicht vor. Das drückt natürlich die offiziellen Inflationszahlen.