Deutschlands schärfster Elektro-Sportwagen

Nach AC Cobra-Nachbauten baut der Düsseldorfer Michael Fröhlich mit dem PG Elektrus nun seinen ersten ökologischen Sportwagen.

Michael Fröhlich ist der bunte Hund unter den deutschen Autobauern. Bekannt wurde er durch den Bau von Replikas - insbesondere durch den Nachbau der amerikanischen V8-Monster AC Cobra. Schlagzeilen machte er mit dem Verkauf von Hitlers Mercedes und des Lincoln Continental von Papst Johannes Paul II. Und jetzt will der Düsseldorfer mit dem PG Elektrus Deutschlands schärfsten Elektrosportler bauen. Warum? Weil er ... ... "zwar keine grüne Socke" sei, sich aber seit einem Urlaub auf Sri Lanka der Natur tief verbunden fühlt - wie er spiegel.de erzählte.
Seit dem Sommer 2011 arbeitete er am Sportwagen mit E-Motor. Die Auslieferung des ersten Modells steht nun kurz bevor. Der Zweisitzer leistet 270 PS und 350 Nm Drehmoment, beschleunigt in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und fliegt mit maximal Tempo 320 über die Autobahn. Der PG Elektrus ist ein offener Sportwagen - wie die Cobra-Nachbauten - mit dem Unterschied, das er keine Unmengen an Benzin verbrennt, sondern über einen ökologischen Antrieb verfügt. Fröhlich beschreibt es auf seine Weise: "Ein geiles Auto mit gutem Gewissen - Emotionen ohne Emissionen eben." Wie der US-Elektroauto-Pionier Tesla Motors setzt Fröhlich beim Basisauto auf einen Lotus Elise. Er wählte den Wagen, weil er die schweren Batterien, in das leichteste Auto einbauen wollte. Der erste Wagen rollt nun bald aus der Werkstatt, weitere Exemplare wurden bereits bestellt. Die Nachfrage stimmt also, trotz des Preises: 240.000 Euro kostet der Elise-Umbau. Auch die kroatische Firma Rimac Automobilli stellt mit ihrem Concept One ... ... bisherige Elektroauto-Konzepte in den Schatten. Der Rimac Concept One wird ... ... von vier wassergekühlten Elektromotoren angetrieben. Zusammen sollen die 1088 PS und 3800 Newtonmeter an Drehmoment fördern. Damit soll der Rimac Concept One in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer ... ... beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit soll 305 km/h betragen. Dabei ginge noch mehr: Der elektrische Wahnsinn wird wegen der höheren Reichweite elektronisch abgeregelt. Durch eine ausgeklügelte Steuerelektronik werden alle vier E-Motoren so miteinander vernetzt, dass das Drehmoment je nach Fahrweise und Fahrbahnzustand anders an die vier Räder verteilt wird. Damit könnte der Rimca Concept One die Latte im Bereich der Elektro-Supersportler neu ansetzen. Genauso wenig wie man vermuten würde, dass ein solch brachiales Gefährt in Kroatien entsteht, würde man glauben, das ... ... die Schweizer im Bereich der Elektromobilität zeigen, was möglich ist. Doch auch der Lampo3 macht Eindruck. Mit zwei Prototypen hat der Hersteller Protoscar  Erfahrungen und Eindrücke gesammelt, die man nun in der dritten Version des Elektrosportlers verdichtet hat. Das Besondere: Im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern basiert der Lampo3 nicht mehr auf dem Opel GT. Diesmal wurde das Chassis quasi um die Elektronik-Komponenten herum gebaut. Dadurch bietet die Neuauflage mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Geblieben ist der Vierradantrieb für maximale Energierückgewinnung und sicheres Fahren. Durch intelligentes Torque Vectoring werden Differential- oder Verteilergetriebe unnötig. Die Drehzahl jedes Motors kann nämlich einzeln gesteuert werden. So laufen beispielsweise bei Kurvenfahrten die inneren Räder mit einer niedrigen Drehzahl als die äußeren. Den Vergleich mit anderen Elektrosportwagen wie dem Tesla Roadster (288 PS) oder dem Artega SE (380 PS) muss der Lampo3 nicht scheuen. Im Gegenteil: Im Schweizer arbeiten drei Elektromotoren, die den Sportwagen mit einer Gesamtleistung von 550 PS auch für den Rennsport qualifizieren. Die Europäische Union und der Automobilweltverband FIA planen zumindest für 2013 eine Elektroauto-Rennserie, in der der Lampo3 an den Start gehen könnte. Die Elektromotoren stammen wie der Rest der Leistungselektronik von Brusa. Die drei Hybridsynchronmotoren aus Sennwald bei St. Gallen stemmen insgesamt 900 Newtonmeter an die Achsen und beschleunigen den Lampo3 in 4,5 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Die vier Batteriepakete (Lithium-Ionen-Zellen von Kokam) wiegen insgesamt 360 Kilogramm und verfügen über eine Gesamtkapazität von 32 kWh. Damit soll der 1,7 Tonnen schwere Wagen 200 Kilometer zurücklegen können. Mit dem Schnellladegerät sind die Batterien in nur 1,5 Stunden wieder voll. Im Ausland war der Lampo3 erstmals auf der Michelin Challenge Bibendum zu sehen. Die Veranstaltung steht ganz im Zeichen der "Nachhaltigen Mobilität". Nach Shanghai und Rio de Janeiro fand die Challenge diesmal in Berlin statt. Bis jetzt ist der Lampo3 ein fahrbares "Showcar" auf dem neuesten Stand der Technik. Der Hersteller Protoscar schließt eine Kleinserie jedoch nicht aus. "Wenn wir sieben Lampo3 produzieren können, würde der Preis pro Stück bei einer Million Franken liegen" (800.000 Euro, Anm.), sagte Marco Piffaretti, der Geschäftsführer von Protoscar, gegenüber dem Branchenmagazin Auto&Wirtschaft. Protoscar hat sich einen Ruf erarbeitet. Um dahin zu kommen, wo der Hersteller heute steht, brauchte es zwei Prototypen, tausende Arbeitsstunden und eine Menge Testkilometer.
Im Bild: Der Lampo2 auf Testfahrt. Schon der Lampo2 überzeugte mit intelligenten Lösungen. So wurde die Reichweite nicht nur aufgrund der Spannung der Batterien berechnet, sondern per GPS, das Steigungen und Gefälle in der Kalkulation berücksichtigte. Eigenwillig, die Eidgenossen. Doch dank der konsequenten Arbeit werden die Menschen bei "Schweiz" nicht mehr nur an Chronographen und Käse, sondern auch bald an Technologie-Exporte denken.
Im Bild: Marco Piffaretti, Geschäftsführer von Protoscar, mit dem Lampo2.

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