© REUTERS/FABRIZIO BENSCH

Lohndumping
01/22/2015

Deutsche Post schafft tausende Niedriglohn-Jobs

Der Gewerkschaft sind die Pläne für die Auslagerung ein Dorn im Auge.

Die Deutsche Post will neuen Mitarbeitern in ihrem boomenden Paketgeschäft künftig niedrigere Löhne zahlen als der Stammbelegschaft. Im Gegenzug will der Bonner Konzern Tausende Arbeitsplätze schaffen. "Wir rechnen im Paketgeschäft mit 10.000 neuen Stellen bis 2020 und wahrscheinlich 20.000 in Summe bis 2025", sagt der für das Brief- und Paketgeschäft zuständige Vorstand Jürgen Gerdes.

Gerdes will aber auf die Kostenbremse treten: Neue Mitarbeiter sollen in neu gegründeten Gesellschaften arbeiten, der Hausvertrag der Deutschen Post gilt für sie damit nicht. Vielmehr sollen sich die Löhne der neuen Zusteller an den Tarifen der Logistikbranche orientieren. Diese liegen vielfach unter denen des Bonner Konzerns.

Gehaltsschemen in Österreich

Auch bei der Österreichischen Post gibt es unterschiedliche Gehaltsschemen. Ein Teil der österreichischen Postler ist noch immer beamtet, ihre jüngeren Kollegen sind das nicht mehr und verdienen deutlich weniger - und bei den Pakettöchtern gelten wieder andere Regeln.

Deutsche-Post-Vorstand Gerdes hatte immer wieder beklagt, die Personalkosten seien im Durchschnitt doppelt so hoch wie die der Wettbewerber: "Die Paketzustellung ist auf Dauer nicht innerhalb der existierenden Tarifverträge machbar, der Wettbewerbsnachteil ist nicht tragbar.“ Die Gewerkschaft ver.di kritisierte die Pläne als "groß angelegte Tarifflucht". An dem Logistik-Tarif orientiert sich auch der Versandhändler Amazon – auch dagegen macht ver.di vehement Front.

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