Bundesbank-Chef Jens Weidmann will die Archive öffnen

© REUTERS/KAI PFAFFENBACH

Deutschland
12/23/2016

Bundesbank lässt NS-Vorgeschichte untersuchen

Historiker sollen die persönlichen Nazi-Verstrickungen früherer Führungskräfte und die Gleichschaltung der deutschen Reichsbank untersuchen.

Die Deutsche Bundesbank will ihre Vorgeschichte im Nationalsozialismus wissenschaftlich untersuchen lassen. Die Historiker Magnus Brechtken und Albrecht Ritschl sollen die persönlichen Nazi-Verstrickungen früherer Führungskräfte wie auch die Gleichschaltung der Reichsbank und ihre Funktion im NS-Regime untersuchen, bestätigte am Freitag ein Sprecher.

Zuerst hatte Der Spiegel über die von Bundesbankchef Jens Weidmann angeschobene Initiative berichtet.

Die Historiker sollen zunächst ein Konzept erstellen und würden im zweiten Schritt dann einen Forschungsauftrag erhalten, erläuterte eine Sprecherin der Bundesbank. Mit einer Veröffentlichung sei erst in einigen Jahren zu rechnen.

Viele Ex-Nazis in Führungsriege

Noch 1968 sei jede zweite Führungskraft der Bundesbank ein ehemaliges Mitglied der NSDAP gewesen, lauten erste Ergebnisse. Der langjährige Präsident Karl Blessing gehörte laut Spiegel sogar zum "Freundeskreis Heinrich Himmler", der Spendengelder für den SS-Führer sammelte. Andererseits unterhielt der Reichsbank-Chef Kontakte zum Widerstand. Den Historikern fehlen zahlreiche Unterlagen, weil ein Großteil der Reichsbankakten verloren gegangen ist. Noch in den Siebzigerjahren seien Unterlagen über SS-Lieferungen von Zahngold und Schmuck von Holocaustopfern an die Reichsbank verschwunden, schreibt der Spiegel.

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