Knackpunkt: Bei den Regionalgesellschaften der Deutschen Post werden Mitarbeiter schlechter bezahlt.

© APA/EPA/MARIUS BECKER

Deutschland
06/08/2015

Deutsche Briefträger streiken ab nun unbefristet

Gewerkschaft ver.di erhöht den Druck - Millionen Briefe bleiben liegen.

Nach den Lokführern und Kinderbetreuerinnen jetzt auch noch die Briefträger: Tausende Zusteller der Deutschen Post traten ab Montagnachmittag in den unbefristeten Streik. Dazu rief die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nach ergebnislosen Tarif-Verhandlungen mit dem Unternehmen auf.

Hintergrund ist die Ausgliederung eines Teils der Zusteller in 49 regionale Gesellschaften. Die Mitarbeiter dort sollen aus Kostengründen nicht mehr nach dem Haustarifvertrag der Deutschen Post bezahlt werden, sondern nach der niedrigeren Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche. Zum Vergleich: Die Deutsche Post zahlt Durchschnittslöhne von 17,72 Euro pro Stunde, die ausgelagerte Gesellschaft im Schnitt nur 13 Euro. Die Gewerkschaft lehnt die Kürzungen strikt ab und fordert die Beibehaltung der bisherigen Regelungen bzw. die Rückkehr der 6000 betroffenen Paketzusteller in den Haustarif. Im Gegenzug will sie in diesem Jahr unter anderem auf eine lineare Lohnerhöhung für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns verzichten.

Die Deutsche Post beklagt, dass ihre Personalkosten in Deutschland im Zustellbereich deutlich über denen ihrer Wettbewerber liegen. Das Angebot von ver.di würde für den Konzern eine Mehrbelastung von 300 Millionen Euro bedeuten und wird daher abgelehnt.

Wie schon bei den jüngsten Warnstreiks dürften wegen des Streiks Millionen von Paketen und Briefen liegen bleiben. Auch Lieferungen nach Österreich bzw. von Österreich nach Deutschland könnten länger unterwegs sein, sagt Michael Homola, Sprecher der Österreichischen Post. Wo und wie lange es zu Verzögerungen komme, sei noch nicht absehbar.

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