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Wirtschaft
07/24/2019

Deutsche Bank mit 3 Milliarden Euro Verlust - im Quartal

Konzernumbau reißt tiefes Loch in die Bilanz der Großbank. Aktienkurs im Sinkflug.

Der Totalumbau bei der Deutschen Bank hinterlässt tiefe Spuren in der Quartalsbilanz. Der Konzernverlust belief sich im zweiten Quartal auf 3,15 Mrd. Euro, nach einem Gewinn von 401 Mio. Euro ein Jahr zuvor, teilte Deutschlands größte Bank am Mittwoch in Frankfurt mit. Ursprünglich hatte die Bank ein Minus von 2,8 Mrd. Euro erwartet. Den Aktionären gefielen die Zahlen gar nicht, der Aktienkurs gab am Mittwoch deutlich nach und markierte das Schlusslicht im deutschen Aktienindex DAX.

Job-Kahlschlag

Der bis 2022 ausgelegte Sanierungsplan sieht den Abbau von rund 18.000 Vollzeitstellen Stellen vor. Wie viele Jobs auf dem Heimatmarkt gestrichen werden sollen, ist weiterhin offen. Der Abbau soll jedenfalls sozialverträglich gestaltet werden, wurde betont.  "Einen erheblichen Teil der Restrukturierungskosten haben wir bereits im zweiten Quartal verbucht", sagte Vorstandschef Christian Sewing. "Ohne diese Belastungen für den Umbau wäre die Deutsche Bank profitabel gewesen."

Die Bank hätte nach eigenen Angaben unter dem Strich 231 Mio. Euro verdient und vor Steuern 441 Mio. Euro. Vor allem die Fondstochter DWS verdiente deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 112 Mio. Euro und damit 22 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Neuausrichtung

Konzernchef Christian Sewing will mit einer grundlegenden Neuausrichtung die Dauerkrise des Instituts beenden. Die Zahl der Vollzeitstellen soll bis Ende 2022 um rund 18.000 auf weltweit 74.000 gesenkt werden. Das Investmentbanking, das der Bank milliardenschwere Strafen einbrockte, wird kräftig gestutzt. Die Kosten für den Umbau in Höhe von insgesamt rund 7,4 Mrd. Euro will die Bank aus eigener Kraft stemmen. Der Großteil der Lasten fällt im laufenden Jahr an.

Nach drei Verlustjahren in Folge und einem Mini-Gewinn 2018 drohen der Deutschen Bank daher auch im Gesamtjahr 2019 tiefrote Zahlen. Kern der neuen Deutschen Bank soll nach Sewings Willen die neue Sparte Unternehmensbank werden, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmern soll.

Im Kapitalmarktgeschäft will sich die Bank auf das Geschäft mit Krediten, Anleihen und Währungen sowie auf Beratung konzentrieren. Aus dem weltweiten Aktienhandel steigt das Institut komplett aus.

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