Wirtschaft
23.04.2018

„Der Rosé verkauft sich ausgezeichnet“

Marketing für den guten Tropfen: So ergeht es dem Top-Winzer Bründlmayer im Supermarkt.

Über die Auswahl kann man sich eigentlich nicht beklagen. 17 unterschiedliche Weine vom bekannten Weingut Bründlmayer sind in der Interspar-Weinwelt käuflich zu erwerben. Die Preise beginnen bei 8,99 Euro für eine Bouteille und enden bei 39,99 Euro.

Macht es tatsächlich ökonomisch Sinn, heimische Spitzenqualität beim Lebensmitteleinzelhandel im Internet zu verkaufen? Winzer Willi Bründlmayer verweist auf die geänderten Einkaufsgewohnheiten. Immer weniger Weinfreunde kommen mit dem Auto vorbei und füllen sich den Kofferraum an. „Der Anteil der Onlineverkäufe am Umsatz beträgt 15 bis 20 Prozent“, unterstreicht Bründlmayer.

Mehr Wein als Bier

Auch für Interspar-Geschäftsführer Markus Kaser ist der Internet-Verkauf von Wein eine durchaus rentable Kooperation. „Ich bin sehr zufrieden. Wir verdienen Geld damit. Der Umsatz beim Wein wächst um acht Prozent. Wir machen deutlich mehr Umsatz mit Wein als mit Bier.“

Wobei 75 Prozent des verkauften Weins aus Österreich kommen. „Der Rosé verkauft sich ausgezeichnet“, freut sich Kaser. Der Gesamtpreis eines durchschnittlichen Internet-Einkaufs in der Interspar-Weinwelt beträgt immerhin rund 260 Euro. Demnächst gibt es auch die Möglichkeit, sich seinen per Internet bestellten Wein von der Weinwelt in einen beliebigen Interspar-Standort liefern zu lassen und dort abzuholen.

Bründlmayers kurze Antwort auf die Frage, ob bekannte Winzer wie er die Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel überhaupt notwendig haben: „Ich bin stolz auf die Zusammenarbeit.“ Die Zeiten, in denen im Lebensmitteleinzelhandel die berüchtigten Zwei-Liter-Flaschen alias Doppler die Regale füllten, sind schon lange vorbei.

Es ist ja nicht notwendigerweise so, dass der Lebensmitteleinzelhandel und die vielen Lieferanten ihre Handelsbeziehungen in ungetrübter ökonomischer Zweisamkeit abwickeln. Doch zwischen Bründlmayer und Kaser scheint die Chemie zu stimmen. „Mir ist ein respektvoller Umgang wichtig“, betont der Interspar-Geschäftsführer. „Denn Vertrauen wächst ja auch nicht auf den Bäumen.“

Andreas Anzenberger