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Wirtschaft
12/05/2011

Der lange Schatten der Krise: Österreicher pessimistisch

KURIER-OGM-Umfrage: Die Mehrheit der Österreicher glaubt, die Krise wird noch lange dauern - und dass sie schlimmer ausfällt als bisher.

Es war alles nicht so schlimm - aber es wird wohl noch schlimmer werden. So sehen die Österreicher laut OGM-Umfrage für den KURIER die Krise. Die Bevölkerung ist mehrheitlich überzeugt, dass die Schuldenkrise wohl heftiger ausfällt als die 2008er-Krise, und dass sie noch lange andauert. 80 Prozent der Befragten sagen, die Auswirkungen der Krise werden in den nächsten drei Jahren gleich bleiben oder sogar schlimmer; nur fünf Prozent sind der Ansicht, die Auswirkungen werden weniger schlimm. Und in Summe sind vier von zehn Österreichern überzeugt, die Krise könnte noch bis zu zehn Jahre dauern.

Angst

Interessant ist der Vergleich dieses Ausblicks mit dem Rückblick auf die vergangenen drei Jahre Finanzmarktkrise: Hier sagen 41 Prozent, die Auswirkungen der durch die Lehman-Pleite verursachten Krise seien weniger schlimm gewesen als sie ursprünglich befürchtet haben. Für OGM-Chef Wolfgang Bachmayer ist das ein überraschend gutes Ergebnis: "Man muss bedenken, dass die Menschen oft nicht genau differenzieren. Sie mischen gestiegene Lebenshaltungskosten, stagnierende Real-Einkommen und gefühlte Inflation mit den Effekten der Krise - zumal die Krise ja auch als Legitimation für viele Maßnahmen herhalten musste."

Das Resultat sei also so zu interpretieren, dass viele die Krise als "nicht so schlimm" empfunden hätten. "Es gab Betroffene - aber eben nicht ganz so viele wie erwartet." Auf der einen Seite steht demnach ein Rückblick mit Erleichterung; auf der anderen ein Ausblick in Angst. Vor drei Jahren seien die Prognosen der Bevölkerung für die kommende Finanzkrise ähnlich schlecht gewesen wie heute die Angst vor der Entwicklung der Schuldenkrise, erklärt Bachmayer.

Optimismus

Ist das nicht ein Widerspruch? Müsste man mit der Erfahrung, dass die 2008 ausgelöste Finanzkrise hierzulande nicht ganz so schlimm wütete wie befürchtet, nicht deutlich optimistischer in die Zukunft schauen? "Die kommende Krise erscheint bedrohlicher", erklärt Bachmayer. "Sie wirkt größer, verflochtener, vernetzter. Das macht den Menschen Angst." Der Experte glaubt auch nicht, dass die Österreicher die aktuelle Krise ähnlich mild beurteilen werden wie die frühere: "Die erste Krise wurde durch schnelle Maßnahmen abgefedert. Aber diese ist ausgeprägter." Zusätzlich würden die Sorgen durch das Verhalten der Politiker geschürt: "Die Politiker werden ja täglich vorgeführt, es wird behauptet, sie hätten keine Ahnung und sie sagen nicht die Wahrheit."

Damit würden Dinge Realität, die zuvor ausgeschlossen waren: "Die Verunsicherung ist dadurch höher. Durch die Bilder von den Unruhen in England wird sie zusätzlich befeuert. Deshalb sagen auch so viele: Das alles geht nicht schnell vorbei."

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