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Wirtschaft
04/30/2012

Der globale Arbeitsmarkt in der Krise

Sparpakete und Reformen schaffen keine neuen Jobs. Die Lage an den Arbeitsmärkten bleibt weltweit angespannt.

Die Lage auf den Arbeitsmärkten in den meisten Ländern der Welt ist für die Internationale Arbeitsorganisation ( ILO) alarmierend. In den Jahren 2012 und 2013 wird sich die Situation weiter verschlechtern, teilte die Sonderorganisation der Vereinten Nationen in der Nacht auf Montag in ihrem Jahresbericht mit. Im laufenden Jahr würden demnach sechs Millionen Menschen, im Jahr darauf fünf Mio. mehr arbeitslos sein. Ausgehend von 196 Millionen Arbeitslosen Ende 2011, werden Ende 2012 rund 202 Mio. Menschen ohne Beschäftigung sein im Jahr 2013 sind laut der UNO-Sonderorganisation gar 207 Mio. zu erwarten.

In den Industrieländern und dort vor allem in Europa werde die Beschäftigung nicht vor Ende 2016 wieder das Vor-Krisen-Niveau von 2008 erreichen. Die ILO hatte bisher eine solche Besserung bis Ende 2014 erwartet. Zwar hat sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2010 und Anfang 2011 noch leicht erholt, gegen Ende des vergangenen Jahres aber sei es wieder zu einer Verschlechterung gekommen. In zwei Drittel der europäischen Länder nehme die Arbeitslosigkeit derzeit zu, und auch die jüngste Erholung in den USA sei mit Vorsicht zu genießen. Deutschland und Österreich gehören der Organisation zufolge zu den wenigen Ländern, die seit 2007 steigende Beschäftigungsraten haben.

Die Sparpakete der Länder und scharfe Reformen am Arbeitsmarkt hätten nicht zur Schaffung neuer Stellen geführt sondern das Gegenteil erzielt: Die Sparpolitik in der Euro-Zone vertiefe laut ILO die Krise und könnte gar zu einer erneuten Rezession in Europa führen.

Jugendarbeitslosigkeit

Besorgniserregend sei insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit. Diese habe in 80 Prozent der entwickelten Volkswirtschaften und in zwei Drittel der in Entwicklung begriffenen Länder zugenommen. Auch die Dauer des arbeitslosen Zustands erhöhe sich zunehmend: Über 40 Prozent der Arbeitssuchenden in Industrieländern seien bereits seit einem Jahr oder länger ohne Erfolg geblieben.

Die zunehmende Arbeitslosigkeit werde auch das Risiko für das Aufkommen sozialer Unruhen verstärken, schätzt die ILO. Ein solches Gefahrenpotenzial ortet sie in 57 der 106 untersuchten Länder. Anstatt zu sparen, sollten deshalb vielmehr günstige Bedingungen für die Ermöglichung von Arbeitstätigkeit geschaffen werden.

Zu diesen zählt die ILO unter anderen Steuererleichterungen, Investitionen der öffentlichen Hand und bessere Sozialleistungen. Gemeinsam könnten diese Maßnahmen bis zu zwei Millionen neuer Arbeitsplätze in den Industrieländern generieren.

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