Wirtschaft
12/05/2011

Den Druck zum Sparen aufrechterhalten

Christoph Neumayr, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), spricht sich gegen einen Schuldenschnitt für Griechenland aus.

Das ist derzeit nicht nötig, weil die Griechen schon Sanierungsschritte gesetzt haben." Daher wäre ein Schuldenerlass jetzt ein falsches Signal, auch für andere Schuldenländer. "Man muss den Druck zum Sparen aufrechterhalten, ohne das Wachstum abzuwürgen."
Laut IV-Chefökonom Christian Helmenstein haben die Griechen noch genügend budgetären Spielraum. Denn 1996 wurden laut seiner Berechnung 24 Prozent aller Staatsausgaben zur Schuldentilgung genutzt, im Vorjahr waren es bloß elf Prozent.

Die europäische Schuldenkrise wirkt sich auch auf die heimische Wirtschaft aus. Das IV-Konjunkturbarometer hat sich im dritten Quartal von 35 auf 17 Punkte halbiert. "Der Aufschwung wird in den beiden kommenden Quartalen pausieren, aber es wird keine Rezession geben", ist sich Neumayr sicher. Erstmals seit zehn Quartalen gibt es bei den Auftragsbeständen wieder einen Rückgang. Die Unternehmen würden nun versuchen, mit bestehenden Aufträgen die nächsten Monate durchzutauchen.

Die höheren Lohnkosten gehen Helmenstein zulasten der Erträge und der Investitionstätigkeit. Nicht hilfreich sei der Metallerstreik gewesen. "Einen Streik vom Zaun brechen war ein Kulturbruch und hoffentlich einmaliger Sündenfall", so Neumayr. Laut einer IMAS-Umfrage im Auftrag der IV unter 500 Österreichern meinen 60 Prozent der Befragten, man hätte vorher länger verhandeln sollen. Nur 35 Prozent halten generell den Streik für gerechtfertigt.