Das Imperium von Volkswagen

Das riesige Volkswagen-Firmengeflecht umfasst mittlerweile zwölf einzelne Marken.

Wenn es nach dem Willen von Vorstandschef Martin Winterkorn (im Bild) geht, soll Volkswagen spätestens bis zum Jahr 2018 größter Autobauer der Welt werden. Auch Ferdinand Piech, der Enkel des Volkswagen-Konstrukteurs Ferdinand Porsche, verfolgt schon seit Jahren eine Vision: Volkswagen soll mit Straßenfahrzeugen aller Art, vom Schwerlaster bis zum Motorrad, den Weltmarkt anführen. Schon zwölf Marken haben die Wolfsburger unter ihrem Konzerndach versammelt: Zunächst wäre da einmal die Stammmarke Volkswagen, deren Logo immer noch mehr als die Hälfte der Autos aus dem Konzern trägt.
  VW Nutzfahrzeuge (VWN wurde 1995 zur eigenen Marke) trägt mit leichten Transportern, aber auch Freizeitmobilen immerhin fast zehn Milliarden Euro zum Konzernumsatz bei. Imposante Zahlen kann Audi vorweisen, das seit den 60er-Jahren zum Konzern gehört. Die Marke aus Ingolstadt liefert knapp die Hälfte des operativen Volkswagen-Konzerngewinns. Weniger gut läuft es mit Seat. Die spanische Tochter (seit 1986 im Konzern) schrieb in den vergangenen Jahren Verluste. Vertrieb- und Marketingexperte Jürgen Stackmann soll das Steuer herumreissen. Die Übernahme von Skoda (1991) wurde dafür zur Erfolgsgeschichte. VW sicherte sich einen erheblichen Marktanteil in der Wachstumsregion Osteuropa und schuf eine günstige Zweitmarke im Westen. Ebenfalls profitabel, aber am anderen Ende der Preisskala angesiedelt, agiert Bentley. Seit 1998 gehört die britische Luxusmarke zu Volkswagen. 9000 Stück wurden 2012 verkauft.
  Noch kleinere Stückzahlen liefert die ebenfalls 1998 gekaufte Marke Bugatti. Kein Wagen für das Volk, aber dennoch nicht der teuerste im Konzern. Denn da wäre ja noch …
  … Lamborghini, das ebenfalls seit 1998 als Teil der Audi AG zu VW gehört. Doch das waren noch nicht alle Sportwagen-Marken im Volkswagen-Konzern. Porsche darf nicht vergessen werden, zumal die Übernahme der Sportwagenfirma durch VW im Jahr 2012 beinahe andersherum abgelaufen wäre. Etwas skeptisch blickten Branchenkenner auf den Kauf der italienischen Motorradschmiede Ducati 2012. Auf jeden Fall setzte Piëch damit zu seinem 75. Geburtstag seine Vision des rollenden Imperiums - vom Truck bis zum Zweirad - um. Apropos Trucks: MAN wurde 2011 von Volkswagen übernommen, mit dem Ziel gemeinsame Potentiale mit einer anderen VW-Tochter zu nutzen: ... Scania gehörte zwar seit 2008 zum Konzern, doch Volkswagen rang lange mit der kompletten Übernahme des profitablen Lastwagenbauers. Erst im Mai 2014 war es dann soweit.

Neben der Hauptmarke VW-Pkw gehören zu dem Dax-Konzern Audi, Seat, Škoda, Bentley, Bugatti und Lamborghini, die Lkw-Spezialisten MAN und Scania, die leichten VW-Nutzfahrzeuge, der italienische Motorradbauer Ducati und seit August 2012 auch die Sportwagenschmiede Porsche.

(KURIER) Erstellt am
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