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Wirtschaft
03/18/2020

Automarkt bricht ein: BMW und Toyota setzen Produktion aus

Voraussichtlich bis 19. April stillgelegt. Auch Tesla muss seine Werke in Kalifornien schließen.

BMW unterbricht wegen der Coronavirus-Pandemie bis Mitte April seine Autoproduktion in Europa und Südafrika. "Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter", sagte Vorstandschef Oliver Zipse am Mittwoch auf der Online-Bilanzpressekonferenz laut Redetext.

Die Produktionsunterbrechung sei bis voraussichtlich 19. April geplant. Ein Unternehmenssprecher ergänzte, die Motorradproduktion in Berlin werde bis auf Weiteres fortgesetzt.

Auch Toyota setzt Produktion aus

Nach Volkswagen, Daimler und BMW setzt auch Toyota die Produktion in Europa bis auf Weiteres aus. Angesichts der rasanten Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie in einigen europäischen Ländern und den damit verbundenen Maßnahmen der Behörden zu deren Eindämmung seien die Absatzaussichten ungewiss, teilte die Europa-Zentrale des japanischen Autobauers am Mittwoch in Brüssel mit.

Toyota habe daher entschieden, die Fertigung in seinen Fahrzeug- und Motorenwerken schrittweise herunterzufahren. Betroffen seien Standorte in Frankreich, Großbritannien, Polen, der Tschechischen Republik und der Türkei.

Toyota begründete den Schritt sowohl mit den Folgen der Pandemie auf die Teileversorgung der Fabriken und zunehmenden Problemen in der Logistik als auch mit dem Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter. Die Versorgung mit Ersatzteilen für Kundenfahrzeuge solle aufrechterhalten bleiben.

Ebenso würden Arbeiten fortgeführt, die für einen reibungslosen Neustart der Produktionsbänder und die künftige Tätigkeit der Werke wichtig seien. Neue Fahrzeugprojekte würden mit dem notwendigen Personal ebenfalls weitergeführt.

Nissan setzt in Europa und Indonesien aus

Wegen des grassierenden Coronavirus stellt nun auch der japanische Autobauer Nissan seine Produktion vorübergehend in Teilen ein. Betroffen seien die Werke in Europa und Indonesien, teilte der Konzern am Mittwoch mit. In Nordamerika liefen die Bänder indes weiter.

Am Dienstag hatte bereits Europas größter Autobauer Volkswagen mitgeteilt, wegen der Corona-Pandemie seine Produktion weitgehend einzustellen. Der US-Autobauer Ford stoppt ebenfalls vorübergehend die Produktion in Kontinentaleuropa.

Tesla muss in den USA schließen

Die Coronavirus-Pandemie zwingt auch den US-Elektroautopionier Tesla zum vorübergehenden Einstellen der Produktion. Die Behörden in Kalifornien verhängten für die ganze Region ab Dienstag eine dreiwöchige Ausgangssperre, nach der nur die notwendigsten Aktivitäten erlaubt sind.

Die Tesla-Fabrik in Fremont hat mehr als 10.000 Beschäftigte und fährt gerade die Produktion des neuen SUV-Modells Y hoch, von dem sich Tesla-Chef Elon Musk einen hohen Absatz erhofft. Tesla war schon von einer zehntägigen Schließung seiner Fabrik in Shanghai betroffen.

Die Autobauer weltweit fahren die Produktion herunter wegen der Ansteckungsgefahr für die Beschäftigten. Mittlerweile fehlen aber auch Teile von den Zulieferern.