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Wirtschaft
02/28/2020

Coronavirus: Bankanalysten rechnen mit 30.000 Toten

Dabei nimmt Deutsche-Bank-Chefvolkswirt David Folkerts-Landau an, dass die Zahl der Infizierten weltweit auf rund drei Millionen steigt.

Die Volkswirte der Deutschen Bank befürchten aufgrund der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus eine Rezession in Deutschland. In ihrem Basisszenario für die weitere Ausbreitung der Virus-Erkrankung geht das Bankhaus zudem davon aus, dass es auch in der gesamten EU und global zu einer leichten Rezession kommen wird, wie Chefvolkswirt David Folkerts-Landau am Donnerstagabend in einer Videokonferenz mit Journalisten ausführte.

Italien würde schwer getroffen werden. "Das wäre meine beste und maximalwahrscheinlichste Vorhersage," sagte der Ökonom. Dabei nimmt er an, dass die Zahl der Infizierten weltweit auf rund drei Millionen steigt. In dem Szenario würde zudem die Zahl der Todesfälle aufgrund der Erkrankung bei etwa 30.000 liegen.

"Die wirtschaftlichen Folgen würden erheblich sein", sagte Folkerts-Landau. Er rechnet in diesem Modell auch mit Reaktionen der großen Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde ihren Einlagensatz dann heuer um 0,20 Prozentpunkte auf minus 0,70 Prozent senken. Damit würden Geldhäuser im Euroraum noch mehr Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie über Nacht überschüssige Gelder bei der Notenbank parken.

Der Experte erwartet außerdem, dass es fiskalische Erleichterungen in Europa geben wird. In den USA werde die US-Notenbank Fed ihren Leitzins in diesem Jahr um 50 bis 75 Basispunkte herabsetzen, um die ökonomischen Folgen der Virus-Erkrankung abzumildern. Aktuell liegt der Leitzins dort in einer Zielspanne von 1,5 bis 1,75 Prozent.

Die Volkswirte der Deutschen Bank stellten noch zwei weitere wirtschaftliche Szenarien zur Entwicklung der Virus-Erkrankung vor - ein optimistischeres und ein pessimistischeres. Diese halten sie aber für deutlich weniger wahrscheinlich.

Insgesamt gebe es laut BMI weltweit 2.858 Todesfälle, der Trend in Italien halte an und besorgniserregend sei die Entwicklung in Deutschland mit 48 Erkrankungen mit einem starken Trend nach oben, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Es sei zu erwarten, dass die Zahlen in Österreich weiter steigen würden, wichtig sei, die Ausbreitung zu minimieren und Zeit zu gewinnen, sagte Anschober. Europa sei sehr gefordert und Österreich sei in enger Abstimmung mit den Nachbarstaaten.

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