Kiffen ist gut für den Steuerpot

Zwei Millionen US-Dollar an Steuern nahm Colorado binnen eines Monats mit dem Verkauf von Cannabis ein.

Mit Pot-Parties wurde am 1. Jänner in Colorado die Freigabe des Marihuana-Verkaufs gefeiert. Colorado ist der erste US-Staat, der den Verkauf auch zu nicht-medizinischen Zwecken freigegeben hat. Auf Bundesebene bleibt Cannabis weiterhin illegal. Das Geschäft mit Marihuana boomt, die Nachfrage war in den ersten Tagen derart hoch, dass sie zum Teil nicht gestillt werden konnte. Es bildeten sich Schlangen vor den Marihuana-Shops, die sich mehrere Häuserblöcke weit erstreckten. Auch die Aktienkurse mehrerer an der Produktion und der Vermarktung beteiligter Unternehmen stiegen stark. Laut der Arcview Group, einer Schirmorganisation von Marihuana-Investoren, zählt der Verkauf von Marihuana und Zubehör zu der am schnellsten wachsenden Sparte in den USA. Bis 2014 soll das Geschäft auf 2,34 Milliarden Dollar (1,69 Mrd. Euro) wachsen. Bis 2018 soll die Marke von 10,2 Milliarden Dollar erreicht werden. Für Jänner liegen die ersten handfesten Zahlen vor: Im ersten Monat brachte das Geschäft mit Kiffern dem Staat zwei Millionen Dollar (1,4 Millionen Euro) an Steuergeldern ein. Hochgerechnet haben Händler im Januar somit insgesamt Cannabis im Wert von rund 14 Millionen Dollar an die Kunden verkauft. Davon ausgehend, dass der Verkauf in den nächsten Monaten ähnlich verläuft, würde der Bundesstaat im ersten halben Jahr rund 21 Millionen Dollar einnehmen. Das ist weniger, als vom Finanzamt angenommen: Prognosen peilten 33,5 Millionen Dollar an, Gouverneur John Hickenlooper rechnete sogar mit 35,2 Millionen Dollar. Und tatsächlich besteht noch Luft nach oben: Denn gab es zu Beginn der Freigabe Anfang Jänner nur 24 Ausgabestellen mit einer Verkaufs-Lizenz, waren es Ende des Monats schon 59. Ende Februar war die Zahl bereits auf 167 lizenzierte Geschäfte angewachsen. Cannabis wird in Colorado stark besteuert: Die Shops berappen 15 Prozent Luxussteuer, weitere zehn Prozent Sondersteuer müssen die Kunden übernehmen. Hinzu kommt die übliche Verkaufsteuer von 2,9 Prozent und gegebenenfalls lokale Steuern. In manchen Teilen von Colorado beträgt die gesamte Steuerlast 35 Prozent.
(apa, KURIER / js) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?