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Asien
08/25/2015

China senkt im Kampf gegen Kurseinbrüche die Zinsen

Börsen in China und Japan erneut tief im Minus. An Europas Aktienmärkten hat sich die Lage beruhigt.

Es geht weiter abwärts: Nach den dramatischen Kurseinbrüchen vom Vortag ist ein Ende der Verunsicherung an den Börsen in China nicht in Sicht. Der Composite Index in Shanghai sackte am Dienstag um 7,63 Prozent auf 2965 Punkte ab - und schloss damit unter der Marke von 3000 Punkten. Auch der Component Index in Shenzhen gab erneut deutlich nach und beendete den Handel mit einem Minus von 7,04 Prozent bei 10 198 Punkten. Am Vortag waren die Kurse bei ihrem größten Einbruch seit acht Jahren um über 8 Prozent gefallen.

Analysten begründeten die erneut heftigen Kurseinbrüche in China vor allem damit, dass die Regierung ihre Stützungskäufe auf Eis gelegt habe. Seit dem Beginn des Börsenkrachs Mitte Juni hatten die Behörden zunächst versucht, die Märkte mit milliardenschweren Interventionen zu stabilisieren. Sowohl am Montag als auch am Dienstag seien neue Hilfen jedoch ausgeblieben.

Peking senkt Zinsen

Nach Börsenschluss kündigte die chinesische Zentralbank überraschend an, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent herabzusetzen. Um zu verhindern, dass sich das Wachstum weiter abbremst, hatte Chinas Zentralbank im laufenden Jahr bereits mehrfach den Geldhahn weiter aufgedreht. Der Zinssatz für Einlagen der Geschäftsbanken wurde am Dienstag ebenfalls um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent gesenkt.

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Nach einer rasanten Berg- und Talfahrt musste auch die Börse in Tokio am Dienstag erneut massive Verluste hinnehmen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging mit einem satten Abschlag von 733,98 Punkten oder 3,96 Prozent bei 17.806,70 Punkten aus dem Handel. Das ist der tiefste Stand seit einem halben Jahr.

Im Vormittagshandel hatte der Nikkei noch Verluste von zwischenzeitlich fast 800 Punkten wieder wettmachen können, stürzte später jedoch erneut tief in den Keller. Bereits am Vortag hatte der Nikkei angesichts der globalen Kursabschläge den höchsten Verlust seit zwei Jahren verbucht. Der breit gefasste Topix schloss am Dienstag mit einem Minus von 48,22 Punkten oder 3,26 Prozent bei 1.432,65 Punkten.

Erholung in Europa

Deutlich moderater fielen dann die Verluste am Dienstag beim Hongkonger Index aus. Der MSCI-Index asiatischer Märkte außerhalb Japans notierte sogar rund ein Prozent höher, machte damit aber nur einen kleinen Teil der Vortagesverluste von knapp fünf Prozent wieder wett. Aufwärts ging es etwa in Taiwan, Singapur und Südkorea.

Auch an den europäischen Börsen zeichnete sich eine Erholung der Situation ab. Der Wiener Leitindex ATX wurde gegen 9.45 Uhr mit 2.260,80 Punkten nach 2.207,69 Einheiten am Montag errechnet, das ist ein Plus von 53,11 Punkten bzw. 2,41 Prozent. Erholt hat sich auch der deutsche Leitindex DAX, der um 1,7 Prozent auf 9.806 Zähler zulegte. Am Vortag hatte er 4,7 Prozent verloren. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um zweieinhalb Prozent nach oben.

Erschütterungen an der Wall Street

Der Kurssturz in China hatte die Stimmung am Montag auch an der Wall Street schwer eingetrübt. Nach hohen Anfangsverlusten gab es zwar einen kurzen Erholungsversuch, doch gingen die US-Aktien deutlich schwächer aus dem Handel. Der Dow Jones Industrial schloss 3,58 Prozent tiefer bei 15.871,28 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich den mehr als sechsprozentigen Verlust im frühen Handel nahezu wettgemacht hatte und dabei um fast 1000 Punkte gestiegen war. In der vergangenen Woche hatte der US-Leitindex den größten Verlust seit fast vier Jahren erlitten.

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