China: Schwächstes Wachstum seit 24 Jahren

Verkehr auf einer mehrspurigen Straße unter der Deshengmen-Brücke in Peking.
Auch zweitgrößte Volkswirtschaft spürt globale Konjunkturflaute.

Für Europäer klingen 7,4 Prozent astronomisch - für chinesische Verhältnisse ist der Konjunkturfluss ein wenig ins Stocken. Damit wurde das Ziel der Regierung in Peking, die ursprünglich 7,5 Prozent für das ganze Jahr angestrebt hatte, erstmals seit Ende der 1990er-Jahre knapp verfehlt. In den Jahren 2012 und 2013 waren bei gleicher Vorgabe aus Peking jeweils 7,7 Prozent Wachstum erreicht worden.

Wo die Probleme liegen

Ein Bauarbeiter klettert auf einem gelben Gerüst vor einem Rohbau.
epa04570154 A Chinese migrant worker works on a falsework at a construction site in Beijing city, China, 20 January 2015. China's gross domestic product (GDP) grew 7.4 percent in 2014, according to data from the National Bureau of Statistics on 20 January 2015. EPA/WU HONG
Den Exporteuren macht die globale Konjunkturflaute zu schaffen. Zudem leidet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt unter einer schwächelnden Binnennachfrage und einem abkühlenden Immobilienmarkt.

Die Wachstum der Industrieproduktion verlangsamte sich im vergangenen Jahr auf 8,3 Prozent, nachdem sie im Jahr zuvor noch 9,7 erreicht hatte.

Eine Verkäuferin steht in einem Supermarkt vor Regalen mit Kochgeschirr.
A sales promoter waits for customers at a discount department store in Beijing January 19, 2015. Beijing's efforts to put China's economy on a more sustainable growth path are focussing on shifting from investment-intensive manufacturing jobs to the services sector, but clumsy attempts to force the transition could do more harm than good. REUTERS/Kim Kyung-Hoon (CHINA - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT)
Im vierten Quartal zeichnete sich allerdings eine gewisse Stabilisierung ab. Die Wirtschaft wuchs mit 7,3 Prozent etwas stärker als von Experten erwartet. Sie blieb damit auf dem Niveau der drei Monate zuvor, als sie das schwächste Quartal seit Anfang 2009 hinlegte. Auch die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze stiegen im Dezember mit 7,9 beziehungsweise 11,9 etwas stärker als gedacht.

Historisch

Es ist das langsamste Wachstum seit 1990, dem Jahr nach der blutigen Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung, als Wirtschaftssanktionen gegen China verhängt worden waren. Zahlreiche Experten rechnen nun damit, dass die kommunistische Führung ihr Wachstumsziel für 2015 auf rund sieben Prozent heruntersetzt. Zudem dürften Regierung und Notenbank zu weiteren Konjunkturhilfen greifen.

Kommentare