© REUTERS/LASZLO BALOGH

Preiswächter
08/18/2014

China nimmt auch Mercedes an die Kandare

Nach Audi und BMW wird nun Daimler der Preismanipulation bezichtigt.

Erst BMW und Audi, jetzt auch Daimler. Chinas Preiswächter haben nach Medienberichten Beweise für verbotene Absprachen mit Mercedes-Händlern in der Provinz Jiangsu gefunden. Nun droht ein Bußgeld wegen Manipulation von Preisen.

"Der Fall von Daimler ist ein typisches Monopol, das seine beherrschende Position ausnutzt, um im Kundendienst die Preise für Ersatzteile und Wartung zu kontrollieren", sagte Direktor Zhou Gao vom Preisbüro der ostchinesischen Provinz.

Wie hoch eine mögliche Strafe ausfallen könnte, blieb offen. Daimler lehnte am Montag eine Stellungnahme ab. Wie seit Beginn der Ermittlungen wiederholten die Stuttgarter lediglich die Aussage, dass der Konzern die Behörden unterstütze und sich zu laufenden Untersuchungen nicht äußere.

Chinas Behörden untersuchen seit Wochen die Preispolitik von Autoherstellern. Erst vergangene Woche waren wegen Verstößen gegen das Anti-Monopolgesetz erstmals Strafen in Höhe von 1,6 Millionen Yuan (194.363,46 Euro) gegen BMW-Händler verhängt worden. Auch eine Geldstrafe gegen Audi wird erwartet, da das Verfahren gegen das deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen kurz vor dem Abschluss stehen soll. Wie die renommierte Wirtschaftszeitung "21st Century Business Herald" berichtete, soll sich die Strafe auf 250 Millionen Yuan, umgerechnet 30 Millionen Euro, belaufen.

Angst geht um

Chinas Staatsmedien werfen Autoherstellern schon lange Preistreiberei vor. Im Vergleich zu den USA und Europa seien die Preise in China teilweise deutlich höher. Es sollen Ermittlungen gegen mehr als 1.000 Autounternehmen, Händler und Zulieferer laufen. Im Visier haben die Wettbewerbshüter aber besonders den Oberklasse-Markt, den deutschen Anbieter wie Audi, BMW und Daimler dominieren.

Audi und sein chinesischer Partner First Automotive Works (FAW) hatten bereits eingeräumt, dass es im Händlernetz in der Provinz Hubei teilweise Verstöße gegen das Anti-Monopolgesetz gegeben habe. Wegen der Ermittlungen und der angedrohten Strafen, die ein Prozent des Umsatzes ausmachen können, geht in der Branche die Angst um. Audi, Daimler, BMW, Jaguar Land Rover, Chrysler

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