© Deleted - 730890

Wirtschaft
12/05/2011

BP geht gegen Nabucco ins Rennen

Gas aus der kaspischen Region ist heiß begehrt. Der OMV erwächst nun auch Konkurrenz aus Großbritannien.

Ins Rennen um die Gasquellen in der kaspischen Region mischt sich nun der Energieriese BP ein. In Konkurrenz zu dem Projekt Nabucco unter Federführung der OMV wollen die Briten Gas aus Aserbaidschan über Ungarn nach Österreich bringen - mit dem Pipeline-Projekt "South-East Europe". Dazu soll neben bestehender Infrastruktur auch eine 1300 Kilometer lange Pipeline gebaut werden. Sie soll von der Westtürkei über Bulgarien nach Rumänien bis an die Grenze Ungarns führen, berichtet die Financial Times.

Dieses neue Pipeline-Teilstück soll den Gas-Transport aus dem kaspischen Erdgasfeld Schah-Deniz (Shah-Deniz) nach Europa ermöglichen. Im gleichnamigen Konsortium sitzt BP mit sechs anderen Unternehmen; bis Jahresende soll eine Entscheidung fallen, wie das Gas aus der kaspischen Region nach Europa gebracht werden soll.

Umkämpfte Region

Um das Gas aus der kaspischen Region rittern nicht nur die milliardenschweren Großprojekte Nabucco und South Stream des russischen Gasriesen Gazprom, auch zwei kleinere Projekte wollen die Gasquellen aus der Region anzapfen: Der Interkonnektor Türkei-Griechenland-Italien (ITGI) vom italienischen Energieunternehmen Edison und die Transadria-Pipeline (TAP), die unter anderem von der norwegischen Stratoil geplant wird.

Stillstand

Beim seit Jahren geplanten Gasprojekt Nabucco hat es zuletzt kaum Bewegung gegeben: OMV-Chef Gerhard Roiss wollte sich bei der Vorstellung der neuen Konzern-Strategie in Istanbul vergangene Woche nicht auf Details festlegen, es sei nur wichtig, dass Nabucco gebaut werde, in welchem Jahr sei aber nicht entscheidend. Bis eine Entscheidung gefällt werde, müssten noch zahlreiche Zwischenschritte gegangen werden, sagte Roiss.

Heuer musste der Zeitplan für das 3900 Kilometer lange Projekt vom Konsortium auch offiziell verschoben werden: Der Baustart der Gasleitung mit einer Kapazität von rund 31 Miliarden Kubikmeter jährlich soll 2013 um ein Jahr später als bisher beginnen. Mit ersten Gaslieferungen rechnet das Nabucco-Konsortium - in dem neben der OMV auch die deutsche RWE, die ungarische MOL, die türkische Botas, die Bulgarian Energy Holding sowie die rumänische Transgaz sitzen - zwei Jahre später als geplant - erst ab 2017. Laut FT sollen die Kosten bis zu 20 Milliarden Dollar betragen - bei OMV und Konsortium war ursprünglich von acht Milliarden die Rede.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.