BMW-Studien: ConnectedDrive & EfficientDyna­mics

Im schicken Blechkleid einer offenen Sportwagen-Studie zeigt die Mobilität der Zukunft: Das Auto kommuniziert mit Umgebung und Insassen.

BMW präsentierte auf dem Genfer Autosalon 2011 neben anderen Neuheiten (u.a. BMW ActiveE) auch die neueste Studie "Vision ConnectedDrive". Der Roadster hat zwar keinen Motor, dafür aber versenkbare Türen.

Primär soll er jedoch zeigen, wie sich BMW die Vernetzung von Fahrzeug, Fahrer, Umgebung und Internet vorstellt. Die Studie kennt durch die Verbindung mit dem Smartphone des Fahrers zum Beispiel dessen Termine und Kontakte – und über die installierten Apps die persönlichen Vorlieben.

So kann der Fahrer über ein Interface seine Termine koordinieren oder nach einem freien Parkplätzen suchen. Klingt spannend, mit der Serienreife wird es aber wohl noch einige Zeit dauern. Weiters hat BMW ein neues Anzeige- bzw. Bedienkonzept mit erweitertem Head-up-Display entwickelt, das wichtige Informationen dreidimensional darstellt und in das reale Straßenbild einfügen kann. Dabei laufen alle Parameter im Cockpit zusammen und werden unter anderem auf dem Head-up-Display, das Daten zu Fahrgeschwindigkeit, Navigation oder Verbrauch liefert, dargestellt.

Im Bild: Die blauen Lichter symbolisieren den Fluss der digitalen Informationen durch das Fahrzeug. Richtige "Leuchten" sind die Heckleuchten. Die können nämlich mehr als bloß Licht spenden. Im Inneren versteckt sich eine komplizierte Elektronik, die mittels Sensoren den ConnectDrive mit seiner Umgebung vernetzt. Das gleiche gilt für die Scheinwerfer an der Wagenfront: Auch sie sind mit Elektronik und Sensoren vollgestopft. Der rot-orange Farbton symbolisiert die Sicherheitsebene, die BMW als "Interaktion von Fahrer und Umwelt über Maßnahmen zur aktiven Sicherheit wie beispielsweise Assistenzsysteme" beschreibt. "Die lange Motorhaube, der lange Radstand und die weit zurückversetzte Fahrgastzelle beschleunigen das Fahrzeug bereits im Stand", schwärmen die Bayern in der Fahrzeugbeschreibung. Den bullig-dynamischen Auftritt des Roadsters unterstreichen mächtige 20-Zoll-Felgen.

Völlig unbekannt kommt er jedoch nicht daher. Einige Elemente des neuen Roadsters erinnern stark an die im Jahr 2009 vorgestellte Studie des "BMW EfficientDynamics", die als Coupé entworfen wurde. Und die wird BMW 2013 ins Rennen gegen den Audi R8 schicken. Der "BMW EfficientDynamics" ist zwar nicht ganz so schnell wie die Konkurrenz, verbraucht dafür aber weniger als ein Kleinwagen. Angetrieben wird das Auto durch eine Kombination aus einem Dreizylinder-Turbodiesel mit einem 95 PS starken Elektromotor an der Vorderachse und einem Full-Hybrid-Antrieb an der Hinterachse. Die drei Motoren leisten in Summe um die 400 PS und schicken rund 800 NM an die Räder. Der Standard-Spurt auf 100 km/h soll in knapp vier Sekunden erledigt sein - bei Tempo 250 wird elektronisch abgeregelt. Um die Batterien zu schonen, wie man bei BMW sagt. Schnell ist er und sparsam auch. Der Viersitzer mit der möglichen Modellbezeichnung "i1" oder "i100" soll trotz hervorragender Fahrleistungen nur 3,8 Liter verbrauchen. Der "Flügeltürer" wird zwischen 2013 und 2018 vom Band rollen – das berichtet zumindest das Magazin Autobild. Zuhause an der Steckdose vollgeladen – dauert circa 2,5 Stunden - sollen sich bis zu 50 Kilometer im reinen Elektrobetrieb ausgehen.

Erst wenn die Batterien schwächeln oder bei Vollgas schaltet sich der Verbrenner zu und lädt entweder den Akkumulator oder unterstützt beim Vortrieb. Der Lithium-Polymer-Akku versteckt sich übrigens im Mitteltunnel. Ein kleiner Tank (25 Liter) dehnt den Aktionsradius auf etwa 700 Kilometer. Mit einem CO2-Ausstoß von nur 99g/km ist der Sportwagen so sauber wie der sparsamste Mini. Für die Motorisierung im Serienauto könnte sich der BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger aber auch einen Benziner vorstellen, denn nur mit Diesel-Aggregat würde sich der BMW in Japan und Amerika wohl nicht verkaufen lassen. Das eigenwillig anmutende aerodynamische Design erinnert entfernt an die Flügelkonstruktionen der Formel-1-Autos. Der Vorteil: Die Luft wird ohne bremsende Verwirbelungen am Auto vorbeigeführt. Das resultiert in minimalen Luftwiderstandswerten (CW-Wert = 0,22) und senkt somit auch den Verbrauch. BMW will von seinem neuen Hybrid-Sportwagen "Vision EfficientDynamics" mehr als 1000 Stück pro Jahr verkaufen. Für einen Preis um die 150.000 Euro.

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

(KURIER.at) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?