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© APA/EPA/Boris Roessler

Geldpolitik
01/19/2015

Billiges EZB-Geld befeuert die Börsen

Aktieninvestoren rechnen fix mit EZB-Anleihenkäufen und treiben deutschen Börsenindex DAX in Rekordhöhen.

Die Hoffnung auf noch mehr billiges Notenbank-Geld beschert dem deutschen Aktienindex Dax ein neuerlichen Rekordstand: Die Märkte seien extrem optimistisch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit der Ankündigung umfangreicher Käufe von Staatsanleihen ein starkes Zeichen setze, schreibt Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG. Die Geldflut der Notenbanken treibt seit Jahren die Aktienmärkte.

In den ersten Handelsminuten stieg der deutsche Leitindex auf 10.253 Punkte und setzte damit seinen Höhenflug fort. Bereits am Freitag hatte er historische Bestmarken erreicht und seinen bisherigen Rekord von Anfang Dezember eingestellt.

Kursindex auf Vorkrisen-Niveau

Kleine Einschränkung: Beim DAX sind - anders als etwa bei seinem Pendant ATX an der Wiener Börse - die Dividendenausschüttungen in den Börsenwert eingerechnet. Ohne diesen "Anschub", also im Kursindex, liegt der DAX aktuell bei 5.254 Punkten - das ist noch ein stückweit vom Allzeithoch entfernt: Dieses lag im Jahr 2000, am Höhepunkt des New-Economy-Hypes, deutlich über 6.000 Punkten. Allerdings hat nun erstmals der DAX-Kursindex sein Vorkrisenhoch von Ende 2007 wieder erreicht.

Latte liegt hoch

Der Optimismus der Börsianer ist allerdings riskant: Sollte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag nicht die erwartete geldpolitische Lockerung (im Fachjargon "Quantitative Easing") liefern, ist ein Absturz der Aktien programmiert. Denn die Latte liegt mittlerweile extrem hoch. Selbst ein Wertpapier-Aufkaufprogramm von einer Billion Euro wäre wohl nicht genug, um die Investoren zufriedenzustellen, glaubt Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM.

Der Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB soll die niedrige Teuerung im Euro-Raum künstlich anheizen und eine ruinöse Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen, nachlassendem Konsum und zurückgehenden Investitionen verhindern, was Volkswirte als Deflation bezeichnen.

„Dass die EZB liefern wird, scheint mittlerweile gesetzt. Die Frage ist jetzt, wie die Details und das Volumen aussehen werden“, sagt Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. EZB-Notenbanker Benoit Coeure erklärte, ein Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen müsse groß genug sein, um seine Wirkung zu entfalten. Zu einem möglichen Volumen von 500 Milliarden Euro, über das nach früheren Informationen von Insidern gesprochen wurde, wollte er sich nicht äußern.

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