Schräge Weltwirtschaft: Google vier Mal so viel wert wie Chinas Exportüberschuss
Symbolbild.
Selbst langgediente Wirtschaftsjournalisten reiben sich bei den gigantischen Zahlen von US-Tech-Giganten die Augen. Der Börsenwert der Google-Mutter Alphabet in Höhe von 4.000 Milliarden Dollar übersteigt jede Vorstellungskraft. Das ist das Vierfache des Rekord-Handelsüberschusses von Export-Weltmacht China.
Daten aus Österreich klingen da schnell harmlos klein bis unbedeutend. Ein Budgetdefizit von 18,3 Milliarden Euro könnten große US-Konzerne aus der Portokasse begleichen, Netflix bietet für Warner Bros umgerechnet 70 Milliarden Euro – in bar.
Selbst die gesamte Wirtschaftsleistung Österreichs in einem Jahr – das Bruttoinlandsprodukt – überrascht mit knapp 500 Milliarden Euro international niemanden. Die vier reichsten Menschen der Welt besitzen mittlerweile ein Vermögen, das drei Mal so hoch ist.
Besonders die ungleiche Verteilung von Vermögen macht die Welt der großen Zahlen für viele Menschen absurd. Anschauliche Beispiele lieferte dieser Tage ein Oxfam-Bericht für das Weltwirtschaftsforum in Davos. Demnach ist das Vermögen der weltweiten Milliardäre im Vorjahr um 2,5 Billionen auf insgesamt 18,3 Billionen US-Dollar gewachsen. Das bedeutet: Die zwölf reichsten Menschen der Welt sind heute reicher als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.
Wer Geld hat, kann kräftig investieren und so sein Vermögen vermehren, falls das Geschäft aufgeht. 2025 haben die US-Tech-Giganten in Summe 300 Milliarden Dollar in die Infrastruktur und Rechenleistung für KI gesteckt. Österreichs Regierung kann angesichts des Budgetlochs für ihre Industriestrategie nur 2,6 Milliarden Euro locker machen.
Elon Musk
4000 Milliarden Dollar (Googles Börsenwert)
Erst vor zwei Wochen feierte Google-Mutterkonzern Alphabet einen historischen Erfolg. Der Börsenwert des Tech-Giganten stieg auf die sagenhafte Summe von 4 Billionen US-Dollar. Getrieben wurde der Aktienkurs durch die Ankündigung von Apple, künftig Googles KI-Modell Gemini zur Unterstützung von Siri einzusetzen.
1470 Milliarden Dollar (Die vier reichsten Menschen)
Elon Musk, Herrscher über Tesla, X und SpaceX, ist mit 726 Mrd. Doller der Reichste unter den Reichsten. Dahinter folgen mit Abstand Google-Mitbegründer Larry Page (257 Mrd.), Oracle-Boss Larry Ellison (245 Mrd.) und Amazon-Gründer Jeff Bezos (242 Mrd.). Zusammen kommen die Multi-Milliardäre auf 1.470 Milliarden Dollar.
Export-Weltmacht China
1000 Milliarden Dollar (Chinas Exportüberschuss)
Europa steht unter dem Druck billiger chinesischer Waren. Zwar leidet China selbst unter einem relativ schwachen Inlandskonsum, der Export von Konsum- und Industriegütern in alle Welt läuft aber wie geschmiert. Erst jüngst knackte China die magische Marke eines Handelsüberschusses von einer Billion US-Dollar.
630 Milliarden Euro (Deutsche Budget-Ausgaben)
Das deutsche Budget für 2026 sieht Ausgaben von fast 630 Milliarden Euro vor. 524 Milliarden im Kernhaushalt und weitere 100 Milliarden aus Extratöpfen („Sondervermögen“) für Infrastruktur, Bundeswehr und Klimaschutz. Die Neuverschuldung beträgt 174 Milliarden. Allein 30 Milliarden sind für Zinsausgaben vorgesehen.
Warren Buffett (95)
382 Milliarden Dollar (Berkshires Cash-Reserven)
Investoren-Guru Warren Buffett (95) hat Ende 2025 die Führung bei Berkshire Hathaway abgegeben. Die Cash-Reserve des Konzerns mit Beteiligungen von Apple bis Coca-Cola beträgt rund 382 Mrd. US-Dollar – etwa für große Übernahmen. Die Rekord-Liquidität entspricht in etwa 30 Prozent der Vermögenswerte von Berkshire.
300 Milliarden Dollar (Investitionen in Rechenleistung)
Der Vormarsch der Künstlichen Intelligenz (KI) scheint nicht aufzuhalten. US-Tech-Giganten wie Amazon, Microsoft, Alphabet oder Meta haben ihre Investitionen im Vorjahr von seinerzeit rund 100 Mrd. (2023) auf mehr als 300 Milliarden Dollar gesteigert. Die Summe könnte in den kommenden Jahren eine halbe Billion übersteigen.
116 Milliarden Dollar (Gewinn von Hedgefonds)
Die 20 größten Hedgefonds der Welt haben 2025 einen Gewinn von 116 Milliarden Dollar an den globalen Finanzmärkten erzielt. Spitzenreiter war der britische Hedgefonds TCI, der mit einem Nettogewinn von rund 19 Mrd. Dollar den Branchenrekord brechen konnte. TCI verwaltet ein Vermögen von rund 77 Mrd. Dollar.
83 Milliarden Dollar (Netflix Barangebot für Warner)
Der weltweit führende Streaming-Anbieter Netflix, mit aktuell rund 300 Millionen Abonnenten, bietet für Warner Bros Discovery und will diese Summe komplett in bar bezahlen – also nicht mit eigenen Aktien. Das Gegenoffert von Paramount ist zwar um rund 25 Milliarden höher, wurde jedoch von Warner mehrfach zurück gewiesen.
Finanzminister Markus Marterbauer
18,3 Milliarden Euro (Österreichs Budgetdefizit)
Für heuer hat Finanzminister Markus Marterbauer ein Defizit im Doppelbudget 2025/26 von 4,2 Prozent des BIP eingeplant. Einnahmen von 107,6 Milliarden Euro stehen Ausgaben von 125,9 Mrd. Euro gegenüber. Laut Maastricht dürfte das Defizit drei Prozent nicht überschreiten, die EU hat ein Defizitverfahren eingeleitet.
2,6 Milliarden Euro (Industriestrategie Österreich)
Die Bundesregierung hat ihre Industriestrategie vorgestellt. Kern des Vorhabens sind Investitionen von 2,6 Mrd. Euro. Wermutstropfen: Die Mittel sind für neun Schlüsseltechnologien sowie für die Jahre 2026 bis 2029 gedacht. Auf das einzelne Stärkefeld entfallen somit durchschnittlich pro Jahr nur rund 72 Millionen Euro.
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