A map showing where call centers and victims involved with a penny stock fraud scheme rests on a stand before the announcement of the indictment of nine individuals involved in the scheme in New York, August 13, 2013. The scheme involved fraudulently inflating share prices and trading volumes of certain penny stocks. This and other related schemes were allegedly orchestrated by Sandy Winick, a Canadian who has lived in China, Thailand, Vietnam and the United States, according to the indictment. REUTERS/Lucas Jackson (UNITED STATES - Tags: CRIME LAW BUSINESS)

© Reuters/LUCAS JACKSON

USA/Kanada
08/14/2013

Betrüger prellten Anleger mit "Schrott-Aktien"

Das FBI spricht von einem der größten Betrugsfälle mit Penny Stocks. Zehntausende Anleger in 35 Ländern sollen geschädigt worden sein.

Den US-Strafbehörden ist ein Schlag gegen eine Aktien-Betrugsbande gelungen: Vier Kanadier und fünf US-Amerikaner, die Anleger mit nahezu wertlosen Aktien, sogenannten Pennys Stocks, um 140 Millionen Dollar (105 Millionen Euro) gebracht haben sollen, gingen den Fahndern ins Netz. Ihnen drohen wegen Wertpapierbetrugs bis zu 20 Jahre Haft.

Das FBI spricht von einem der größten Betrugsfälle mit Penny Stocks. Zehntausende Anleger in 35 Ländern sollen geschädigt worden sein. Das System funktionierte folgendermaßen: Über Jubelmeldungen im Internet, bestochene Wertpapierhändler und über Anrufe aus Callcentern bei potenziellen Anlegern blähte die Bande Kurse von an sich wertlosen Aktien auf. Die Betrüger gaben sich als Fachleute aus, die Geheimtipps hätten und große Gewinne in Aussicht stellen. Sobald genügend Investoren auf den Trick hereingefallen waren und die Aktien kauften, stießen die Gauner die Papiere in großem Stil ab und sackten die Gewinne ein. Die Anleger blieben auf wertlosen Aktien sitzen.

Doppelt kassiert

Die Betrüger gingen außerordentlich dreist vor: Sie gaben sich nicht nur mit ihren Aktienkursgewinnen zufrieden, sondern zockten die Anleger doppelt und dreifach ab. Wie die US-Staatsanwaltschaft erklärt, boten die Gauner den geprellten Anlegern via Callcentern in Kanada, Thailand und Großbritannien auch noch ihre Hilfe an – gegen eine Gebühr versteht sich. Wenn die Anleger zahlten, sollten sie Unterstützung beim Verkauf der Schrott-Papiere bekommen.

In einigen Fällen sollen sich die Täter sogar als Mitarbeiter der US-Finanzbehörde IRS ausgegeben haben. Sie erklärten den Anlegern, dass eine Steuer von 30 Prozent zu zahlen sei, bevor sie ihre wertlosen Aktien verkauften.

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