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Betriebsansiedelung
03/27/2014

Es kommen wieder mehr Firmen nach Österreich

Im Jahr 2013 wurden 228 Ansiedelungsprojekte internationaler Unternehmen in Österreich betreut.

Österreich ist abgesandelt". Groß war der Aufschrei über den Sager von Christoph Leitl mitten im Wahlkampf, doch gab es auch Stimmen, die dem WKO-Präsidenten Recht gaben. So musste etwa Vizekanzler Michael Spindelegger einräumen, dass Österreich in verschiedenen internationalen Rankings zurückgefallen sei. Freilich würde er eine andere Diktion wählen, meinte der jetzige Finanzminister.

Österreich habe im internationalen Unternehmensvergleich in den letzten sechs Jahren "massiv an Boden verloren", sagte in diesem Zuammenhang auch der damalige Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Kapsch. "Was den Standort angeht, sind wir auf Ground Zero angelangt“, schlug die Industrie erst vor wenigen Wochen erneut Alarm (mehr dazu...) – diesmal in Person von IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Trotz der Unkenrufe setzen ausländische Firmen wieder verstärkt auf den Wirtschaftsstandort Österreich -zumindest wenn man die Zahlen der staatlichen Betriebsansiedelungsagentur ABA-Invest heranzieht. Diese betreute 2013 trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes 228 Ansiedelungsprojekte internationaler Unternehmen. Das waren um 27 mehr als im Jahr davor. Noch mehr waren es nur im Jahr 2008 mit 256 Projekten.

Die mit den Ansiedelungen verbundene Investitionssumme stieg 2013 von 282 auf 348 Mio. Euro. Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze lag bei 1.479. Im Jahr davor waren es 2.385.

Sicherer Standort

"Firmen haben sichere Standorte gewählt", sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien. Beispielsweise hätten um 60 Prozent mehr italienische Unternehmen Standorte in Österreich gegründet.

Mitterlehner geht davon aus, dass der positive Trend bei den Betriebsansiedelungen auch im laufenden Jahr anhalten wird. Dafür spreche einerseits der Bestand von 758 in Bearbeitung befindlichen Projekten, aber auch die Konjunkturlage in Europa, die wieder positive Tendenzen aufweise. Zugleich sieht der Minister noch Nachholbedarf nach fünf Jahren mit praktisch keinen Investitionen.

Deutschland, Italien, Ungarn und Slowenien

Besonders stark war der Zuwachs von Unternehmen aus den unmittelbaren Nachbarländern Italien, Ungarn und Slowenien. Größter Investor mit 85 Neugründungen blieb aber Deutschland. Italien legte mit 35 Neugründungen (2012: 22) am stärksten zu, weitere 120 italienische Projekte befinden sich noch in der Warteschleife. Aus Ungarn zogen 16, aus Slowenien zwölf und aus Russland und Großbritannien jeweils elf Unternehmen zu. Über den Abzug gibt es keine Statistik, dieser sei aber "überschaubar" gewesen, so Mitterlehner.

Die Gründe für das Interesse am Standort Österreich sieht Mitterlehner im attraktiven heimischen Markt, der überdurchschnittlichen Kaufkraft - Österreich sei pro Kopf das drittreichste EU-Land, der guten Ausbildung, der Drehscheibenfunktion für den CEE-Raum, der politischen und gesellschaftlichen Stabilität und Sicherheit sowie der Rechtssicherheit und Lebensqualität.

ABA-Geschäftsführer Rene Siegl ist für das laufende Jahr ebenfalls zuversichtlich. Bis Ende Februar hätten sich bereits mehr Firmen angesiedelt, als im Vorjahr bis Ende März. 45 laufende Projekte umfassten mehr als 100 Mitarbeiter oder ein Investitionsvolumen von über 10 Mio. Euro. Aufgrund der politischen Umorientierung der Ukraine in Richtung EU rechnet Siegl mit einem verstärkten Zuwachs aus diesem Land - 2013 waren es vier. Dagegen sollte Russland (11) stagnieren. Betriebsansiedelungen aus China haben sich von sechs auf drei halbiert.

Im Detail

Die meisten Firmen siedelten sich in Wien an, ihre Zahl fiel allerdings von 107 auf 104. Starke Zuwächse gab es in Kärnten, wo sich 39 Firmen - hauptsächlich italienische - niederließen. Oberösterreich und Niederösterreich folgten mit jeweils 20 Betriebsansiedelungen.

Nach Branchen waren industrienahe Dienstleistungen (41 Projekte), IT (19), Einzelhandel (15), Tourismus (12), personennahe Dienstleistungen und Consulting (12) und Life Sciences (9) stark vertreten.

Das größte Investitionsprojekt war das Melia Hotel in Wien. In Kärnten errichtet das italienische Großunternehmen Bifrangi einen Produktionsstandort für die Automobilindustrie und investiert bis 2015 rund 24 Mio. Euro. Lock8, ein britisches Unternehmen, hat sich in Wien angesiedelt. Es entwickelt intelligente Fahrradschlösser.

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