Die Gewerkschaft wirft Benko vor, weniger an der Sanierung von Karstadt als an den Immobilien in bester Innenstadtlage interessiert zu sein.

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Kaufhäuser
01/23/2015

Benko und Steinmetz teilen Karstadt-Immobilien auf

Der Tiroler übernimmt die Nobelhäuser, sein Geschäftspartner die klassischen Karstadt-Immobilien.

Der Tiroler Großinvestor und Karstadt-Eigentümer René Benko und sein israelischer Partner Beny Steinmetz gehen künftig getrennte Wege. Benkos Gesellschaft Signa übernimmt die Immobilien der drei Nobelhäuser KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München und Alsterhaus in Hamburg, bestätigte ein Signa-Sprecher einen Format-Bericht.

Benko gehören künftig auch die Karstadt-Immobilien in der Stuttgarter Fußgängerzone und am Berliner Kurfürstendamm. Der Diamantenhändler Steinmetz erhält im Gegenzug die 20 klassischen Karstadt-Immobilien in verschiedenen deutschen Städten, die bisher im Besitz einer gemeinsamen Holding waren.

Das operative Handelsgeschäft betreibt die Signa Retail künftig alleine: sowohl bei den Premium-Kaufhäusern, bei Karstadt Sport, Deutschlands zweitgrößtem Sporthändler, als auch bei den anderen rund 80 Karstadt-Filialen. Mit Steinmetz wurde ein langfristiger Mietvertrag für seine 20 Immobilien abgeschlossen. Der Rest gehört unterschiedlichen Eigentümern, oft Banken und Versicherungen.

Tiefe Einschnitte, massive Zweifel

Benko hat das Warenhaus-Geschäft des Traditionskonzerns im vergangenen August zum symbolischen Preis von einem Euro von dem Milliardär Nicolas Berggruen übernommen. Auch die Luxus- und Sport-Häuser brachte Benko vollständig unter seine Kontrolle gebracht. Er hat dem Kaufhof-Konkurrenten eine Rosskur verordnet, den Mitarbeitern stehen Einschnitte bevor, Arbeitsplätze stehen auf der Kippe, sechs Standorte sollen geschlossen werden. Darunter ist auch das Haus in Stuttgart, dessen Immobilie sich Benko nun sicherte.

Die Gewerkschaft Verdi wirft Benko vor, die Schließungspläne hätten nicht mit der Sanierung des Konzerns zu tun. Vielmehr solle die attraktive Immobilie in bester Innenstadtlage für andere Zwecke genutzt werden. Das Warenhaus in Stuttgart biete "Potenzial für Filialisten, welche nach innerstädtischen Flächen suchen", hatt Benkos Signa Holding bereits erklärt.

Die angeschlagenen Warenhäuser sind auch unter Benko bisher nicht in Schwung gekommen - sie verzeichneten im November und Dezember einen Umsatzrückgang von rund sechs Prozent. Auch Benkos Premium-Häuser verzeichneten Umsatzrückgänge.

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