Wirtschaft
30.11.2018

B&C-Stiftung will ihr Image aufpolieren

Warum der Industrielle Norbert Zimmermann in den B&C-Vorstand geht. Seine Tochter ist im Aufsichtsrat - unvereinbar?

Norbert Zimmermann, Hauptaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender der Berndorf-Gruppe, hat Erfahrung als Stifter und genießt hohe Reputation als Wirtschaftskapitän. Vor allem Letzteres dürfte die langjährigen Vorstände der B&C-Privatstiftung, den Anwalt Wolfgang Hofer und Ex-Bank-Austria-Chef Erich Hampel, bewogen haben, Zimmermann als Verstärkung an Bord zu holen. Hofer&Hampel führen bekanntlich einen erbitterten Abwehrkampf gegen den Investor Michael Tojner und dessen prominentes Österreich-Konsortium. Dass Hofers Kanzlei für die B&C-Gruppe tätig ist und jedes Jahr dafür Millionen-Honorare erhält, sorgt für viel Kritik. Die B&C-Stiftung ist Österreichs größte Industrie-Stiftung.

Doch Zimmermanns Bestellung hat einen Schönheitsfehler. Die Tochter des Industriellen, Sonja Zimmermann, ist im Aufsichtsrat der B&C-Industrieholding. Diese hängt an der Stiftung und hält die Mehrheitsanteile an Amag, Semperit und Lenzing. Und natürlich entscheidet der Stiftungsvorstand über die Bestellung des Holding-Aufsichtsrates. Die Tochter ist fachlich bestens qualifiziert und die Konstellation mag rechtlich in Ordnung sein, doch die Optik ist nicht gut. Zimmermann zu Bedenken in Richtung Unvereinbarkeit: „Ich höre diese Kritik das erste Mal und werde das gerne prüfen lassen.“

Norbert Zimmermann ersetzt Stefan Fida, der als Konzipient in der Kanzlei Hofer begann, heute dort  Partner ist und nach dem Tod eines Vorstands im Vorjahr in den Stiftungsvorstand berufen wurde. Zwei von drei Stiftungsvorständen aus ein und derselben Anwaltskanzlei -  das löste ebenfalls Kritik aus. Fida sei damals interimistisch als Vorstand eingesprungen, teilte die Stiftung jetzt mit. 2017 war von einem Provisorium keine Rede, im Gegenteil, es hieß, mit Fidas Bestellung sei die „Kontinuität in der Arbeit des Stiftungsvorstandes sichergestellt“.