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Pharmaindustrie
11/26/2013

Bayer vor Milliarden-Übernahme in Norwegen

Der Krebsmittelspezialist Algeta bestätigte das Übernahmeangebot in Höhe von 1,8 Milliarden Euro.

Der deutsche Pharmakonzern Bayer plant eine Milliardenübernahme in Norwegen. Die Leverkusener wollen den Krebsmittelspezialisten Algeta kaufen, wie beide Unternehmen am Dienstag bestätigten. Das Kaufangebot liegt nach Algeta-Angaben bei 336 Kronen (40,6 Euro) je Aktie. Damit würde das norwegische Unternehmen mit umgerechnet knapp 1,8 Mrd. Euro bewertet.

Krebsmittel soll Milliarden bringen

Bayer und Algeta arbeiten bereits seit 2009 bei Entwicklung und Vermarktung des neuen Hoffnungsträgers Xofigo zusammen: Das Mittel wurde jüngst in der EU zur Behandlung einer besonderen Form von Prostata-Krebs zugelassen. In den USA ist das Medikament schon auf dem Markt. Insgesamt werden Xofigo Spitzenumsätze von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr zugetraut. Hersteller von Krebsmedikamenten sind derzeit bei großen Pharmakonzernen sehr beliebt. Vor allem aus diesem Grund drehte sich das Übernahmekarussell in der Branche besonders schnell.

Algeta brachte die Vermarktung von Xofigo im dritten Quartal einen kräftigen Schub. In den ersten neun Monaten konnte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 570 Mio. norwegische Kronen (69 Mio. Euro) verdreifachen und war dabei operativ profitabel. Das Unternehmen hatte zudem Ende September 1,47 Mrd. Kronen in der Kasse.

Übernahme "macht strategisch Sinn"

Dem Zeitungsbericht zufolge strebt Bayer eine Übernahme im gegenseitigen Einvernehmen an. "Eine Übernahme macht strategisch Sinn", sagte ein Börsianer. Die Reaktion am Finanzmarkt fiel eher verhalten aus. Die Aktie von Bayer lag am Vormittag nur 0,4 Prozent im Plus.

Bayer verfügt im Gegensatz zur Konkurrenz über zahlreiche neue Hoffnungsträger im Pharmageschäft. Erst Ende Oktober hatte Konzernchef Marijn Dekkers die Umsatzlatte für die fünf neuen Medikamente im laufenden Jahr auf rund 1,4 Mrd. Euro leicht erhöht. Das Spitzenumsatzpotenzial der neuen Pharmaprodukte veranschlagte er dabei weiter auf mehr als 5,5 Mrd. Euro. Dazu zählen neben den Krebsmedikamenten Xofigo und Stivarga auch der Gerinnungshemmer Xarelto, das Augenmedikament Eylea sowie das Lungenhochdruckmittel Adempas.

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