APA11863674 - 13032013 - WIEN - ÖSTERREICH: BAWAG P.S.K. - Chef Byron Haynes während einer PK mit dem Titel "Jahresabschluss 2012" am Mittwoch, 13. März 2013, in Wien. APA-FOTO: ROLAND SCHLAGER

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Sparkurs
08/27/2013

Bawag steigt auf die Kostenbremse

Der Mitarbeiterabbau hält an, weitere Staatsgeld-Tilgungen sind in naher Zukunft geplant.

Die Bawag verschärft ihren Sparkurs. Laut Bankchef Byron Haynes sollen die Restrukturierungen Ende 2013 abgeschlossen sein und 2014 deutliche Effekte bringen. 160 Stellen wurden im ersten Halbjahr gestrichen, der Mitarbeiterabbau geht noch weiter.

Im Juni hat die hauptsächlich im Besitz der US-Fonds Cerberus und Golden Tree stehende Bank mit der Rückzahlung der Staatshilfe begonnen. 50 Millionen der 550 Millionen Euro an staatlichem Partizipationskapital (PS-Kapital) wurden dabei getilgt. Einen nächsten Tilgungsschritt kündigte Bankchef Haynes für die nahe Zukunft an, möglicherweise noch im heurigen zweiten Halbjahr. Das hänge aber nicht von der Bawag ab. "Wir können das nicht planen", sagte Finanzvorstand Andreas Arndt. Abhängig sei die Entscheidung nämlich von den regulatorischen Erfordernissen und Behördengenehmigungen. Von ihrer Kapitalausstattung sähe sich die Bank dazu in der Lage.

Obwohl nächstes Jahr die der Bank auferlegten Dividendenrestriktionen gelockert würden, werde es an die Bankaktionäre auch 2014 keine Ausschüttung geben, sagte Haynes.

Swap-Schlamassel

Die Frage, ob die Bawag PSK neue Staatsunterstützung bräuchte, falls sie den gerichtsanhängigenSwap-Streitmit der Stadt Linz verlieren würde (mehr dazu unten), beschäftigt den Bankvorstand nach eigenen Angaben nicht, weil "hypothetisch". Die Bank geht davon aus, den Rechtsstreit (Streitwert: mehr als eine halbe Milliarde Euro) zu gewinnen oder sich mit Linz zu vergleichen. Der Vorstand beklagte heute, dass die Bawag mit "Linz" in den Wahlkampf hineingezogen werde.

Zum ersten Halbjahr 2013 weist die Bawag bei einer Bilanzsumme von 38,2 Milliarden Euro um 2,9 Prozent weniger Nettogewinn aus als voriges Jahr. Operativ und vor Restrukturierungskosten legte sie deutlich zweistellig zu. Ergebnissteigernd wirkten u.a. "Bewertungseffekte" und Veräußerungserlöse. Haynes sprach von einer signifikanten Verbesserung der operativen Ergebnisse. Die operativen Aufwendungen sanken bis Juni um 4 Prozent.

Was nicht zum Kerngeschäft zähle, werde reduziert oder verkauft. Damit stärke man die Kapitalbasis und schaffe Raum für Investitionen in Kernbereiche, betont die Bank. Substanziell investiert würde in die IT, ins Filialnetz und ins e-Banking. Aus der seit Jahren schwer defizitären ungarischen Problembank MKB, dem großen Sorgenkind der Bayerischen Landesbank (BayernLB), hat sich die Bawag mittlerweile zur Gänze zurückgezogen.

Doch noch außergerichtliche Einigung?

Im erbitterten Swap-Streit zwischen Bawag und Linz laufen Vorbereitungen, sich doch noch außergerichtlich zu einigen. Im September - noch vor dem nächsten Gerichtsverhandlungstermin - soll es zu einem Spitzentreffen in Wien kommen.

Von Bawag-Seite soll unter anderen deren amerikanischer Aufsichtsratschef Franklin Hobbs teilnehmen, der den Hauptaktionär Cerberus vertritt.

Der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (Bild) wollte das geplante Treffen in Wien jüngst in denOberösterreichischen Nachrichtenbloß als "Sondierungsgespräch", nicht aber als Vergleichsverhandlung im 500 Millionen Euro schweren Swap-Streit titulieren. Dafür bräuchte es erst einen Beschluss in den Linzer Stadtgremien. Der Zeitung zufolge dürften die zahlreichen Appelle auf eine gütliche Einigung aber langsam auf fruchtbaren Boden fallen. Ein Vergleich müsste im Linzer Gemeinderat mit Zweidrittelmehrheit bewilligt werden.

"Ich bin seit zwei Jahren bereit für einen Vergleich", wiederholte Bawag-Chef Haynes am Dienstag. Noch gebe es keine Vergleichsverhandlungen. Anders als die Verantwortlichen in Linz bräuchten die Bank-Vertreter dazu kein neues Mandat. Ein erster Vergleichsversuch war heuer im Jänner mit Abbruch eines Mediationsverfahrens gescheitert.

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