Basiswissen für Anleger einmal anders

Was meinen Aktionäre, wenn sie von einer "Ausschüttung" sprechen? Und was versteht man unter einer "Bärenfalle"?

A wie Ausschüttung: Ist ein Unternehmen als Aktiengesellschaft an der Börse eingetragen und erwirtschaftet Gewinn, wird davon ein Teil als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Höhe der Gewinnausschüttung wird vom Vorstand vorgeschlagen und in der Hauptversammlung beschlossen. Wie oft eine Dividende gezahlt wird ist länderspezifisch - in Deutschland üblicherweise jährlich, in den USA vierteljährlich. B wie Bärenfalle: Angenommen, ein Anleger setzt auf einen fallenden Kurs, wird aber enttäuscht, weil die Kurse steigen. Im Fachjargon ist er dann in eine Bärenfalle getappt. C wie Corner: Wenn Börsianer oder Großspekulanten versuchen, alle verfügbaren Stücke einer Aktiengattung aufzukaufen, dann spricht man von einem "Corner-Versuch". Ziel der Aktion: die Kurse in die Höhe zu treiben. D wie DAX: Der Deutsche Aktienindex berechnet sich aus der Basis der Kurse der 30 größten bzw. umsatzstärksten Unternehmen. Um in die Liste aufgenommen zu werden, muss das Unternehmen einen Sitz oder den Schwerpunkt seines Handelsumsatzes an Aktien in Deutschland haben. E wie Emission: Gibt ein Unternehmen neue Wertpapiere aus, nennt man dies Emission. Sinn und Zweck: Das Unternehmen beschafft sich so mehr Kapital. Der Begriff Emission kann übrigens auch den Ausstoß von Schadstoffen in die Umwelt oder die Einführung neuer Briefmarken meinen. F wie feindliche Übernahme: Kauft Unternehmen X die Mehrheit der Aktien von Unternehmen Y, ohne dass das Management von Y daran mitgewirkt hat oder sogar dagegen war, gilt dies als feindliche Übernahme. Die Aktionäre und somit Eigentümer des Zielunternehmens Y können als Einzige die Übernahme verhindern, indem sie ihre Aktien dem Bieter nicht andienen. G wie Genussschein: Der Genussschein ist eine Schuldverschreibung mit meist begrenzter Laufzeit, mit der man einen Anspruch auf Beteiligung am Reingewinn hat. H wie High-Flyers: High-Flyers sind hochspekulative Aktien mit sehr hohem Kursanstieg. I wie IPO: Die Abkürzung steht für den englischen Ausdruck "Initial Public Offering" und bezeichnet das erstmalige Anbieten von Aktien eines Unternehmens. J wie Joint Venture: Zwei Unternehmen vereinbaren, bestimmte Geschäftsbereiche zusammenzulegen und künftig gemeinsam zu betreiben. Einsparungen und eine bessere Marktposition sind die häufigsten Gründe für Joint Ventures. K wie Kurzläufer: Insider sagen zu Wertpapieren mit kurzer Laufzeit (unter 4 Jahren) oder geringer Restlaufzeit Kurzläufer. Wenig überraschend tummeln sich auch... .... L wie Langläufer in unserem Anleger-Lexikon. Im Gegensatz zu Kurzläufern werden Anleihen mit langer Laufzeit bis zur Tilgung naheliegend als Langläufer bezeichnet. Langläufer sind stärker kursanfällig, werden aber in Phasen fallender Zinsen auf Grund möglicher Kurschancen bevorzugt. M wie Mindestreserve: Banken sind verpflichtet, eine minimale Einlage bei der Notenbank zu unterhalten. Dieses Geld kann nicht verliehen werden und dient zur Regulierung der Geldmenge. N wie NYSE steht für "New York Stock Exchange" und bezeichnet die weltweit bedeutendste Aktienbörse, beheimatet an der Wallstreet in New York. O wie Offshore-Funds sind Fonds, die in Ländern oder auf Inseln beheimatet sind, in denen es keine Gesetze gibt, die etwa mit dem deutschen Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften - kurz KAGG - vergleichbar sind. Es besteht teilweise ein erhöhtes Anlagerisiko, da es keine Vorschriften zur Risikostreuung gibt. P wie Parketthandel ist eine Form des Börsenhandels, bei der sich die Händler die Preise der Aktien zurufen und per Handzeichen zu verstehen geben, ob der Kauf zustande kommt. Der Parketthandel stellt somit das Gegenstück zur Computerbörse dar. R wie Rücklagen: Rücklagen sind Teil des Eigenkapitals eines Unternehmens, welche getrennt vom Grundkapital verwaltet werden müssen. Ziel der Rücklagenbildung ist der Ausgleich möglicher Jahresverluste in der Zukunft. S wie Stimmrecht: Das Stimmrecht gibt dem Aktionär die Möglichkeit, auf der Hauptversammlung mit abzustimmen. Das Stimmrecht kann per Vollmacht auch an einen Vertreter abgegeben werden. T wie Timing: Als Timing bezeichnet man die bestmögliche Reaktion eines Börsianers, sprich wenn er im richtigen Moment kauft bzw. verkauft. U wie Ungeregelter Freiverkehr: Beim ungeregelten Freiverkehr - der meist als Telefonhandel stattfindet - sind keine Formvorschriften einzuhalten und es findet auch keine Überwachung statt. V wie Vorräte: Unter Vorräten verstehen Finanzexperten Vermögensgegenstände, die sich noch im Besitz des Unternehmens befinden und zum Einsatz in der Produktion oder Endprodukte gedacht sind. Dazu gehören Rohstoffe, Betriebs- und Hilfsstoffe und auch Waren. Y wie Yield: Der englische Ausdruck "Yield" wird meist mit Ernte, Ertrag oder auch Ausbeute übersetzt. Im Wirtschaftsjargon wird damit die Rendite gemeint, die das Verhältnis der Auszahlungen zu den Einzahlungen einer Geldanlage angibt und meist in Prozent und jährlich angegeben wird. Z wie Zero-Bond: Eine sogenannte Nullkuponanleihe ist eine Sonderform des Wertpapiers. Dabei gibt es nur eine Auszahlung am Ende der Laufzeit der Anleihe. Der Gewinn für den Anleger besteht damit nur in der Differenz zwischen dem Erwerbskurs und dem Rückzahlungspreis bzw. Verkaufskurs. Und weil zu Beginn der Bär (siehe Bärenfalle, Bild 2) erwähnt wurde, sei hier noch ergänzt: Sein Konterpart, der Bulle, steht an der Börse für anhaltend steigende Kurse.

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(KURIER.at / sho) Erstellt am
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