Wirtschaft
21.05.2018

Banken verrechneten 250 Mio. Euro an Zinsen zu viel

Finanzinstitute müssen Kreditnehmern nach Gerichtsurteilen Geld zurückerstatten.

Die heimischen Banken haben in den vergangenen Monaten rund 250 Millionen Euro an ihre Kreditnehmer zurückgezahlt. Grund dafür waren Gerichtsurteile, wonach Kreditnehmer über längere Zeit zu hohe Zinsen bezahlt haben, berichtete die Zeit im Bild.

Hintergrund der Rückzahlungen: In Kreditverträgen mit variabler Verzinsung vereinbaren Bank und Kreditnehmer einen Referenzzinssatz, häufig ist das der Dreimonats-Euribor, plus einen Aufschlag. Vor etwa drei Jahren ist der Euribor unter null Prozent gefallen, viele Banken haben diesen Negativzins aber nicht an die Kunden weitergegeben, sondern haben als Zinssatz Null genommen. Während Konsumentenschützer dies von Anfang an als nicht rechtmäßig betrachteten, sahen die Banken dies anders. Nach mehreren Urteilen steht nun fest: Die Institute müssen allen Kreditnehmern die Differenz erstatten.

Die Nationalbank war sogar von 350 Mio. Euro zu viel verrechneter Zinsen ausgegangen. Die Rückzahlungen seien inzwischen so gut wie abgeschlossen, sagt Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank in der Wirtschaftskammer.