Wirtschaft
29.03.2017

Bank Austria rutscht in die roten Zahlen

Hohe Kosten für die Ausgliederung von Mitarbeitern in die allgemeine Sozialversicherung

Die Bank Austria hat im Vorjahr im Österreich-Geschäft operativ einen Gewinn von 583 Millionen Euro geschrieben, gleich viel wie 2015. Nach Abschreibungen und Zusatzkosten für die Ausgliederung von Mitarbeitern in die allgemeine Sozialversicherung (ASVG) gab es unter dem Strich aber einen Verlust von 362 Mio. Euro.

Inklusive der neun Monate Osteuropa-Geschäft, das mit 1. Oktober an die Bank-Austria-Mutter UniCredit abgegeben werden musste, weist die Bank Austria für 2016 einen Gewinn von 641 Mio. Euro aus, geht aus dem auf der Homepage veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. 2015 hatte die Bank Austria mit 1,3 Mrd. Euro noch einen doppelt so hohen Gewinn ausgewiesen.

Höhere Beiträge

Die Bank Austria hat 3300 Mitarbeiter aus der hauseigenen Pensionsversicherung in das ASVG übergeführt. Nach Bekanntwerden der Entscheidung änderte die österreichische Bundesregierung das entsprechende Gesetz und verlangte einen höheren Beitragssatz. Diese Anpassung hat die Bank Austria laut Geschäftsbericht 2016 zusätzlich 509 Mio. Euro gekostet. Die Ausgliederung schlug damit in Summe mit knapp 800 Mio. Euro zu Buche.

Abgesehen von den ASVG-Ausgliederungskosten belasteten 201 Mio. Euro an Rückstellungen die Bilanz der Bank Austria. Außerdem fielen 182 Mio. Euro (6,6 Prozent mehr als 2015) an Kosten an, die für die Bankenabgabe (128 Mio.) und die Dotierungen des Einlagensicherungs-sowie des Abwicklungsfonds (54 Mio. Euro) fällig wurden. "Die Belastung aus dieser Position entspricht einem Viertel der gesamten Personalkosten in Österreich", heißt es im Geschäftsbericht.

Kernkapital

Gut steht die Bank dafür auch nach der Abgabe des Osteuropageschäfts an die Mutter UniCredit bei der Kapitalausstattung da: das Kernkapitalquote liegt bei 18 Prozent.

Die Zahl der Mitarbeiter im Österreich-Geschäft fiel von .737 (Ende 2015) auf 6347 (Ende 2016). In Österreich gab es Ende 2016 141 Filialen (Retail), um 33 weniger als ein Jahr zuvor. Ziel sind 124 Filialen. Die Bilanzsumme für das Österreich-Geschäft wird mit 105 Mrd. Euro ausgewiesen. Mit Osteuropa hatte es zwar im Vorjahr noch eine Bilanzsumme von 194 Mrd. Euro gegeben, die Österreich-Bilanz alleine war im Vorjahr auf 100 bis 110 Mrd. Euro geschätzt worden.