© APA/EPA/DANIEL REINHARDT

Handelsbilanz
09/08/2014

Autobranche verhilft Deutschen zu Exportrekord

Waren im Gesamtwert von 101 Milliarden Euro gingen ins Ausland. Der Zuwachs im Juli betrug 8,5 Prozent.

Schlechte Konjunkturdaten in Europa und Japan, internationale Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten: So schlecht die Stimmung vielerorts auch ist, den deutschen Konzernen scheint dies alles nichts anzuhaben. Im Juli lieferten sie Waren im Gesamtwert von 101 Milliarden Euro ins Ausland. Das war der höchste jemals gemeldete Monatswert. Die Exporte legten damit im Vergleich zum Juli 2013 um 8,5 Prozent zu. Im Vergleich zum Juni 2014 gab es bei den Exporten kalender- und saisonbereinigt ein Plus von 4,7 Prozent.

Der Hauptteil (57 Mrd. Euro) der deutschen Exporte ging wie ĂŒblich in andere EU-Mitgliedstaaten, das Plus zum Vorjahresmonat betrug 9,6 Prozent. Aber auch die GeschĂ€fte in LĂ€ndern außerhalb der EU brummen. Hier betrug das Plus 7,2 Prozent zum Juli 2013. Verkaufsschlager blieben Fahrzeuge und Fahrzeugteile. Stark nachgefragt wurden zudem Maschinen und chemische Erzeugnisse.

Auch der Überschuss in der Handelsbilanz (Differenz zwischen Aus- und Einfuhren) erreichte mit 23,4 Milliarden einen neuen Höchstwert. Damit steigen die Chancen, dass Europas grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft im Sommerquartal einer Rezession entgeht. Laut DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle wird damit "das wegen der geopolitischen Risiken wackelige dritte Quartal stabilisiert. Die Gefahren sind damit aber nicht weg", warnte Scheuerle. "Sie schweben weiter wie ein Damoklesschwert ĂŒber der deutschen Konjunktur."

China

Einen Rekord verzeichnet auch China, und zwar bei der Handelsbilanz. Die Exporte legten im August um 9,4 Prozent zu und ĂŒbertrafen damit die Prognosen. Ein Grund ist der Anstieg der chinesischen Exporte nach Russland um 27 Prozent infolge der Sanktionen Westeuropas. Die Importe sanken indes unerwartet um 2,4 Prozent. Deswegen ĂŒberstiegen die Ausfuhren die Einfuhren um den Spitzenwert von 38,5 Mrd. Euro. Die gesunkenen Importe zeigen aber die weiter rĂŒcklĂ€ufige Binnennachfrage. Chinas Wirtschaft hat im ersten Quartal mit 7,4 Prozent die schwĂ€chste Zuwachsrate seit eineinhalb Jahren gezeigt.

Jederzeit und ĂŒberall top-informiert

UneingeschrÀnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.