Wirtschaft
12.05.2017

Aufgezuckert: Agrana expandiert in Indien und China

Zweites Werk nahe Shanghai geplant. Höhere Zuckerpreise, besserer Stärke-Absatz Erholung bei Fruchtsaft steigerten Gewinn.

Gestiegene Zuckerverkaufspreise, höhere Stärke-Absatzmengen und eine Erholung im Geschäft mit Fruchtsaftkonzentrat haben der Agrana einen kräftigen Gewinnzuwachs im abgelaufenen Geschäftsjahr (2016/17) beschert.

"Erfreulich ist, dass alle drei Segmente Zucker, Stärke und Frucht, von unterschiedlichen Ergebnisniveaus ausgehend, zur deutlichen Verbesserung beitrugen und wir unsere gesteckten Jahresziele mehr als erfüllen konnten", kommentierte Agrana-Chef Johann Marihart.

Dividende unverändert

Der Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern erwartet auch für das laufende Jahr einen Aufwärtstrend. ,,Aus heutiger Sicht gehen wir für das Geschäftsjahr 2017/18 sowohl beim Konzernumsatz als auch beim Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) von einem moderaten Anstieg aus“, so Marihart. Der Agrana-Vorstand will der Hauptversammlung eine unveränderte Dividende von 4,00 Euro je Aktie vorschlagen.

Das Konzernergebnis legte im Vergleich zum Jahr davor um 45,7 Prozent auf 117,9 Mio. Euro zu. Der Umsatz erhöhte sich um 3,4 Prozent auf 2,56 Mrd. Euro.

Indien ist 25. Land weltweit

Das Wachstum will der heimische Konzern vor allem in den osteuropäischen Nachbarländern, China und Indien lukrieren. Indien ist seit kurzem das 25. Land weltweit, in dem die Agrana tätig ist.

Agrana-Vorstandschef Johann Marihart bezeichnete den südostasiatischen Raum generell als wichtig. Indien und China seien wichtig für die globale Präsenz des Konzerns. „Indien ist ein Milchland. Man isst nur die Kühe nicht. Joghurt ist Teil der täglichen Ernährung. Es ist auch ein Fruchtland.“ Gerade im ausgeprägten städtischen Bereich des Subkontinents erwartet sich Marihart, dessen Vertrag eben erst bis 2021 verlängert wurde, großes Wachstumspotenzial. Den Vertrag hat er vor zu erfüllen. „Ich fühle mich fit“, sagte der Agrana-Chef am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Das Frucht-Werk in Indien befinde sich in einer agrarischen Region, wo auch Agrana-Kunden firmieren.

Weltgrößter Joghurtmarkt

In China sei die Lage verglichen zu Indien „durchaus ähnlich“, sagte Marihart zum weiteren Wachstumsmarkt und weltgrößten Joghurtmarkt. Dort wird eine zweite Produktionsstätte errichtet. „Diese ist wichtig von der Menge und der Redundanz der Produktion her.“ Die Tendenz spreche für ein sehr starkes Wachstum der Mitte. Da das erste Werk nahe Peking an seine Auslastungsgrenzen gestoßen ist, wird mehr als tausend Kilometer südlich nahe Shanghai ein zweites errichtet. „Die Kapazität wird bei 30.000 Tonnen Fruchtzubereitungen (pro Jahr, Anm.) liegen“, sagte Marihart.

Zunächst werden bis zur Inbetriebnahme des neuen chinesischen Werks, die nach Plan im November 2018 erfolgen soll, was laut Marihart „ein tougher Zeitplan“ ist, 17 Mio. Euro investiert. In weiterer Folge sollen die Produktionslinien in den folgenden fünf Jahren erweitert werden. Am Ende rechnet man mit einer Investitionssumme von 22 Mio. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr will die Agrana in Summe 140 Mio. Euro investieren.

Auf das Ende der Zuckerquote ist man vorbereitet. In Österreich gibt es heuer etwas weniger Rübenflächen, dafür etwas mehr in den östlichen Nachbarländern, in denen die Agrana auch wachsen will.