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Airline
02/06/2015

Aufbruchstimmung bei Air Berlin

Anfang Jänner weniger Passagiere befördert. Luftfahrtunternehmen will Anfang März erste Sanierungsschritte nennen.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin, Mutter von Niki (flyniki), hat im Jänner weniger Passagiere befördert. Insgesamt wurden im vergangenen Monat 1,695.371 Fluggäste befördert, nach 1,763.934 ein Jahr zuvor, wie Air Berlin am Donnerstag mitteilte.

Die Auslastung der Flugzeuge sei im nachfrageschwachen Jänner um 0,9 Prozentpunkte auf 78,3 Prozentpunkte zurückgegangen, die Kapazität sei um 2,9 Prozent gesenkt worden.

"Es muss Schlag auf Schlag gehen"

Um die angeschlagene Fluggesellschaft wieder profitabel zu machen, will der neue Air-Berlin-Chef Stefan Pichler Anfang März erste Schritte nennen. "Ich denke, dass wir zur ITB das eine oder andere vorstellen können", sagte der Manager der Deutschen Presse-Agentur. Die Reisemesse ITB in Berlin eröffnet am 4. März. "Danach muss es Schlag auf Schlag gehen", betonte Pichler, der zum Wochenbeginn den Vorstandsvorsitz übernommen hatte.

"Ich bin beeindruckt vom Engagement und Einsatzwillen der Mitarbeiter", sagte der 57-Jährige nach seinen ersten Gesprächen. "Der Schlüssel sind nicht irgendwelche Zahlenspiele. Es ist der Schlüssel, die Herzen und das Engagement der Mitarbeiter zu gewinnen und eine Aufbruchstimmung zu erzeugen."

Er wolle in der nächsten Zeit jede Woche an einem der Standorte eine Mitarbeiterrunde abhalten, um mit den Beschäftigten zu diskutieren, kündigte Pichler an. Er sprach von "town meetings" und hob damit den Forums-Charakter der geplanten Treffen hervor.

"Müssen die Mitarbeiter dazu bringen, wie mittelständische Unternehmer zu handeln und zu denken"

Air Berlin sei noch zu retten, bekräftigte Pichler. Alle Beteiligten müssten dafür verinnerlichen, dass das Unternehmen keine Behörde sei: "Wir müssen die Mitarbeiter dazu bringen, wie mittelständische Unternehmer zu handeln und zu denken."

Deutschlands zweitgrößte Airline steckt seit Jahren in der Krise und wird von Finanzspritzen des arabischen Großaktionärs Etihad über Wasser gehalten. Auch für 2014 wird ein Minus erwartet. Es könnte unterm Strich mehr als 350 Millionen Euro betragen, wie Finanzchef Ulf Hüttmeyer im November mutmaßte. Pichlers Vorgänger hatten den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen angeschoben, bleiben sollen 7400 Jobs.
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