Gerald Grünberger, Präsident Print Power Österreich. (c: helmreich franz)
Wirtschaft atmedia
02/06/2014

Verleger und Hoteliers kritisieren EU-Google-Konsens

at, euDer Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hält die von Google gegenüber der EU im laufenden Wettbewerbsprüfverfahren gemachten Zugeständnisse "für bei Weitem nicht ausreichend". Geschäftsführer Gerhard Grünberger betont, dass "die Vorschläge des Suchmaschinen-Giganten dessen Marktdominanz in Europa nicht bremsen, sondern weiter zementieren". Parallel kritisieren auch Hotel- und Gastgewerbeverbände den EU-Konsens in dieser Sache.

"Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sollte die Kartell-Ermittlung zur Online-Suche und Online-Werbung nicht einstellen, da Googles Vorschläge zur Selbstverpflichtung marginal sind und sogar kontraproduktiv wirken können", stimmt Kent Nyström, Präsident des Dachverbandes der europäischen Hotel- und Gastgewerbeverbände Hotrec, in die sowohl von VÖZ als auch von den deutschen Verlegerverbänden BDZV und VDZ kommende Kritik an der EU ein.

Der Gastgewerbe-Verband hält die Verpflichtungszusagen von Google für nicht ausreichend genug, um neutral Suchergebnisse zu gewährleisten. Klaus Ennemoser, Bundesobmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, plädiert dafür, dass "echte Sucherergebnisse eine faire Chance haben müssen".

Hotrec legt sowohl der EU als auch Google nahe, "nicht mehr als 30 Prozent der sichtbaren Suchergebnis-Fläche eines jeden Bildschirms mit bezahlten Dienstleistungen wie etwa AdWords, Links zu Mitbewerbern oder eigenen Produkten zu bedecken", um die "restliche Fläche 'echten' Suchergebnissen" zu überlassen.

Der VÖZ sieht mit der jetzt erzielten Einigung "europäische Werbegelder dem US-Konzern zugetrieben", wodurch der europäische Mediensektor benachteiligt würde. Der Verband fordert ein Umdenken von der EU-Kommission und will sich dafür einsetzen, dass "alle Webseiten - einschließlich der Google-eigenen Dienste - denselben Such- und Anzeigenkriterien unterliegen müssen" und verlangt eine "vorherige Zustimmung wenn Google Inhallte Dritter über die Zwecke der horizontalen Suche hinausgehend verwendet".

Grünberger sieht in einer Legitimierung der Google-Praktiken eine "ernsthafte Bedrohung grundlegender demokratischer Werte Europas, wie Pressefreiheit, Medienpluralismus und Informationszugang".

Mehr: Verband Österreichischer ZeitungenFachverband Hotellerie/Wirtschaftskammer Österreich
Background: Google überzeugt die EU - atmedia.at
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